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Chemoprävention

NSAR schützen Darm am besten

NSAR vom Non-ASS-Typ verhindern erneute kolorektale Neoplasien am wirksamsten. Dahinter rangiert niedrig dosierte ASS.

Veröffentlicht:

SAN DIEGO. US-Forscher um Parambir Dulai von der University of California in San Diegohaben 15 randomisierte und kontrollierte Studien zu zehn verschiedenen medikamentösen Strategien in der Sekundärprävention fortgeschrittener kolorektaler Neoplasien, an denen mehr als 12.000 Patienten beteiligt waren, einer Netzwerk-Metaanalyse unterzogen (BMJ 2016; 355: i6188).

 Solche Analysen ermöglichen, aus direkten Vergleichen von A und B sowie von B und C einen indirekten Vergleich von A und C abzuleiten. Unter den Medikamenten waren niedrig und hoch dosierte ASS, NSAR vom Non-ASS-Typ, Kalzium, Vitamin D, Folsäure, jeweils allein oder in diversen Kombinationen. Primärer Endpunkt der Vergleiche war das Auftreten fortgeschrittener metachroner Neoplasien innerhalb von drei bis fünf Jahren nach Entfernung einer vorherigen kolorektalen Neubildung.

Das mediane Risiko, eine metachrone Neoplasie zu entwickeln, lag unter Placebo bei 43,4 Prozent, jenes für eine fortgeschrittene Neoplasie bei 9,1 Prozent. Letzteres Risiko wurde durch NSAR vom Non-ASS-Typ um gut 60 Prozent reduziert. ASS in niedriger Dosis (= 160 mg/Tag) senkte die Gefahr um 30 Prozent, hoch dosierte ASS (= 300 mg/Tag) um 20 Prozent. In diesen Größenordnungen bewegten sich auch die Kombinationen von ASS mit Folsäure bzw. Kalzium und Vitamin D.

Berechnet wurde auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine bestimmte Präventionsstrategie die am besten geeignete mit Blick auf die Verhinderung von neuen fortgeschrittenen Neoplasien ist. Dabei ergab sich für NSAR vom Non-ASS-Typ ein Wert von 98 Prozent. Dahinter lag niedrig dosiertes ASS mit 67 Prozent. Letzteres schnitt in puncto Sicherheit am besten ab und war mit einer Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent die diesbezüglich beste Wahl. NSAR vom Non-ASS-Typ kamen hier schlecht weg (26 Prozent), unterboten nur noch von Kalzium (10 Prozent).

 In ihrem Fazit konzentrieren sich die Autoren auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis. In diesem Sinne sei die Sekundärprävention mit NSAR vom Non-ASS-Typ nur für jene Patienten zu empfehlen, denen zuvor eine Hochrisiko-Neoplasie entfernt worden sei. Niedrig dosierte ASS habe die zweithöchste Wahrscheinlichkeit, in der Sekundärprävention metachroner fortgeschrittener Neoplasien am wirksamsten zu sein, zugleich habe sie ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil, so die Forscher. Bei einer ausgewählten Gruppe von Patienten könnte man die Substanz daher für die Chemoprävention sekundärer kolorektaler Karzinome in Betracht ziehen. (rb)

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