Direkt zum Inhaltsbereich

Allergien

Nationale Strategie gegen Ambrosie gefordert

Die Beifuß-Ambrosie verlängert die Leidenszeit vieler Pollen-Allergiker in Deutschland. Der hochallergene Neophyt fühlt sich in Europa besonders wohl - auch weil es an natürlichen Feinden mangelt.

Veröffentlicht:

FRANKFURT AM MAIN. Schlechte Nachricht für Allergiker: Die ursprünglich in Amerika heimische Beifuß-Ambrosie fühlt sich in Europa besonders wohl und wird sich nach Erwartungen von Wissenschaftlern noch stärker ausbreiten als bisher erwartet.

Die europäischen Populationen hätten sich weiterentwickelt und seien fitter geworden, berichten Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Goethe-Universität Frankfurt (Biological Invasions 2014; online 11. Februar).

Die Forscher fordern eine nationale Strategie zur Bekämpfung der hochallergenen Pflanze.

Pflanze profitiert vom Klimawandel

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Ambrosia genannt, profitiere vom Klimawandel. "Sie hat sich vermutlich aber auch evolutionär verändert", sagte Oliver Tackenberg von der Goethe-Universität Frankfurt.

Die europäischen Samen seien nicht nur deutlich größer als die der amerikanischen Pflanzen, auch ihre Keimrate sei mit 92 Prozent fast doppelt so hoch. Europäische Jungpflanzen vertragen nach den Untersuchungen der Wissenschaftler außerdem mehr Frost.

Eine Erklärung könne sein, dass Krankheitserreger oder natürliche Feinde hierzulande fehlten.

"Damit ist zum Beispiel die Produktion chemischer Abwehrstoffe nicht mehr notwendig. Die freiwerdenden Ressourcen können in die Fortpflanzung gesteckt werden und in Form größerer Samen zu schnellerem Wachstum und einer erhöhten Konkurrenzkraft führen", vermutet Tackenberg.

Pflanze breitet sich schnell aus

Während das unscheinbare Kraut in Deutschland noch vergleichsweise selten vorkommt, ist es im Südosten Europas schon fester Bestandteil der Vegetation. "Wir müssen so schnell wie möglich aktiv werden", fordert BiK-F-Forscherin Marion Leiblein-Wild, Mitautorin der Studie.

Nötig sei eine nationale Strategie wie in der Schweiz, wo jeder Bürger gesetzlich verpflichtet sei, Ambrosia-Vorkommen zu melden. In Deutschland gehe bisher jedes Bundesland anders mit dem Thema um. (dpa)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 2: TriMaximize-Studie: Verbesserung der Lebensqualität nach Umstellung auf extrafeine Dreifachfixkombination

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [8]

Mittelgradiges bis schweres Asthma bronchiale

Bessere Kontrolle und Lebensqualität unter inhalativer Triple-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Chiesi GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt