Rückenschmerzen

Naturheilkunde - neue Option bei Rückenschmerz

MÜNCHEN (sto). Reicht bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eine ambulante Behandlung nicht mehr aus, kommt ein stationärer Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus oder in einer orthopädischen Rehaklinik in Frage. Möglich ist aber auch die stationäre Behandlung in einer naturheilkundlichen Abteilung eines Akutkrankenhauses.

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In Deutschland gibt es derzeit neun Krankenhäuser, die auch eine stationäre Versorgung mit Naturheilverfahren anbieten. Darauf wies Privatdozent André-Michael Beer von der Klinik Blankenstein in Hattingen bei einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin (KFN) in München hin. Diese Kliniken haben sich vor kurzem zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die im Januar dem KFN beigetreten ist.

Die Arbeitsgemeinschaft entwickele derzeit eine Leitlinie, die be-schreibt, unter welchen Bedingungen bei einem chronisch erkrankten Patienten eine Aufnahme in ein Krankenhaus zur naturheilkundlichen Komplextherapie erforderlich ist, berichtete Beer. Grundsätzlich komme eine naturheilkundliche Komplextherapie nur dann in Frage, wenn das Therapieziel mit einer stationären Rehabilitation nicht erreicht werden kann, der Patient also täglich von einem Arzt gesehen werden muß.

Erfolg bei Patienten mit Rückenschmerzen

Aufgrund der Ergebnisse einer Studie, in der bei Kreuzschmerzen die stationäre naturheilkundliche Behandlung mit konventioneller Krankenhausbehandlung verglichen worden ist, müsse sich die stationäre Naturheilkunde keineswegs verstecken, berichtete Beer.

In der Studie wurden zwischen September 2003 und Januar 2004 insgesamt 12 270 Patienten zur Versorgungsqualität befragt, und zwar Patienten, die in einer Klinik auf herkömmliche Weise oder mit Naturheilverfahren behandelt wurden. 85 Prozent der Patienten, die in einer Abteilung für Naturheilkunde stationär behandelt wurden, zeigten sich mit dem Therapie-Erfolg zufrieden; sie lag damit im mittleren Drittel der Bewertung.

Der Vorteil einer stationären na-turheilkundlichen Versorgung im Vergleich zur ambulanten Therapie sei die viel höhere Dichte serieller Anwendungen während eines etwa 14tägigen Aufenthaltes, sagte Beer. Wenn die Indikation für eine solche Therapie belegt sei, gebe es bei den gesetzlichen Krankenkassen meist auch keine Probleme mit der Kostenübernahme, sagte Beer.

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