Plastin 3

Neues Gen für Osteoporose entdeckt

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KÖLN. Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit hat die Arbeitsgruppe um Professor Brunhilde Wirth aus dem Institut für Humangenetik der Uniklinik Köln ein neues Krankheitsgen namens Plastin 3 (PLS3) identifiziert, das bei Männern Osteoporose mit Frakturen und bei Frauen Osteoporose verursacht (N Engl J Med 2013; 369: 1529-1536).

Das Gen liegt auf dem X-Chromosom, welches bei Männern in nur einer Kopie vorliegt, während Frauen zwei X-Chromosome tragen. Männliche Patienten, die über eine ungünstige Genvariante verfügen, haben demnach einen vollständigen Funktionsverlust von Plastin 3, was zu einer schweren Osteoporose führt.

Bei Frauen führt eine ungünstige Genvariante zu einer milderen Ausprägung der Osteoporose, da der Funktionsverlust teilweise über die zweite Kopie des Plastin 3 Gens auf dem zweiten X-Chromosom ausgeglichen werden kann.

Weiterhin haben niederländische Forscher in zwei unabhängigen großen Kohorten von weiblichen Patienten mit altersbedingter Osteoporose überdurchschnittlich häufig eine Assoziation mit einer Genvariante im Plastin 3 Gen im Vergleich zur Kontrollgruppe gefunden.

Dies spricht dafür, dass Plastin 3 auch bei der altersbedingten Osteoporose eine wichtige Rolle spielen könnte. Bereits 2008 konnte die Arbeitsgruppe um Prof. Wirth erstmals zeigen, dass eine Überproduktion von Plastin 3 eine schützende Rolle bei einer der häufigsten erblichen Motoneuron-Erkrankungen - der spinalen Muskelatrophie - spielt.

Dieser sehr beeindruckende Befund wurde 2008 im Wissenschaftsjournal Science veröffentlicht. Den Forschern gelang es, zusammen mit dem Zebrafischexperten Professor Matthias Hammerschmidt von der Universität Köln, zu zeigen, dass das Ausschalten des Plastin-3-Gens im Zebrafisch die Knochenentwicklung erheblich beeinträchtigt, heißt es in einer Mitteilung der Uniklinik.

Durch gleichzeitige Verabreichung von humanem Plastin 3 konnte die Knochenentwicklung im Zebrafisch wieder hergestellt werden. Die unerwartete Beteiligung von Plastin 3 an der Knochenentwicklung eröffnet neue Möglichkeiten, die Entstehung von Osteoporose besser zu verstehen und hoffentlich der Krankheitsentwicklung eines Tages entgegenwirken zu können. (eb)

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