Weltweite Studie

Neugeborene zu häufig mit Untergewicht

Eines von sieben Kindern wird laut einer aktuellen Studie mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht geboren.

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LONDON. Im Jahr 2012 hatte sich die WHO zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2025 die Prävalenz der Kinder mit zu niedrigem Geburtsgewicht (< 2500 g) weltweit um 30 Prozent zu reduzieren. Nach einer aktuellen Erhebung ist dieses Ziel jedoch schwer zu erreichen. Demnach wurden im Jahr 2015 weltweit immer noch 20,5 Millionen Kinder mit zu niedrigem Geburtsgewicht geboren, davon stammten über 90 Prozent aus Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen (Lancet Glob Health 2019; online 15. Mai).

Konkret haben die Forscher um Dr. Hannah Blencowe, London School of Hygiene and Tropical Medicine, berechnet, dass die Prävalenz der untergewichtig geborenen Kinder zwischen 2000 und 2015 weltweit nur leicht von 17,5 Prozent auf 14,6 Prozent gefallen ist. Das entspricht einer Reduktion der Rate solcher Geburten um 1,2 Prozent pro Jahr. Um das WHO-Ziel bis 2025 zu erreichen müssten es jedoch 2,7 Prozent sein.

Die wenigsten Fortschritte wurden in Ländern mit hohen Einkommen (USA, Europa, Australien und Neuseeland) erzielt: Hier verringerte sich die Prävalenz der Kinder mit zu niedrigem Geburtsgewicht im Mittel nur um 0,01 Prozent pro Jahr. Und die Rate der mit geringem Gewicht geborenen Kinder betrug zwischen 2000 und 2015 etwa sieben Prozent pro Jahr. Speziell in Deutschland betrug die Rate im Jahr 2015 noch 6,6 Prozent. Schweden schnitt mit nur 2,4 Prozent recht gut ab.

Künftig müssten die Ursachen eines zu niedrigen Geburtsgewichts stärker bekämpft werden, mahnen die Forscher: Dazu gehören unter anderem Schwangerschaften in sehr jungen Jahren, Mehrlingsschwangerschaften, Erkrankungen der Mütter wie etwa Schwangerschaftshochdruck, Infektionen sowie Raumluftverschmutzung und Rauchen. Übrigens: Mehr als 80 Prozent der 2,5 Millionen Neugeborenen, die weltweit jährlich sterben, sind untergewichtig geboren worden. (ikr)

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