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Nicht Impfungen, die Gene führen zu Autismus

Philadelphia (hub). "MMR-Impfung verursacht Autismus." Elf Jahre ist es her, da verbreitete sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer. Grund war eine - inzwischen zurückgezogene - Studie im Fachmagazin "The Lancet".

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Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus erneut widerlegt.

Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus erneut widerlegt.

© Foto: Wyeth Pharma

Damals hatten der britische Gastroenterologe Dr. Andrew Wakefield und Kollegen acht Kinder beschrieben, die einen Monat nach der MMR-Impfung Symptome von Autismus zeigten. Alle Kinder hatten zudem Magen-Darm-Probleme und in der Koloskopie Lymphknotenschwellungen. Die Autoren lieferten damals auch gleich eine pathophysiologische Erklärung: Die MMR-Impfung führe zu einer Entzündung des Darms, die wiederum mache die Gefäße für bestimmte Peptide durchlässig, sodass sie ins Gehirn gelangen können und dort zum Autismus führen.

Impfungen überfordern Immunsystem nicht.

Mit diesen Thesen haben jetzt erneut Forscher aufgeräumt (Clin Inf Dis 48, 2009, 456). Für den von Wakefield postulierten Pathomechanismus gibt es keinerlei Belege, schreiben sie in ihrem Review. Auch führe die MMR-Impfung zu keiner Darmentzündung, so könne auch die Barrierefunktion nicht verändert werden. Und Peptide, die vom Darm zum Gehirn wandern und dort enzephalopathisch wirken, wurden auch noch nie identifiziert. Vielmehr konnte gezeigt werden, dass Autismus mit Genen assoziiert ist, die die Funktion neuronaler Synapsen, die Zelladhäsion von Neuronen und die Regulation der neuronalen Aktivität beeinflussen.

Auch die zweite Behauptung von Impfkritikern, der Konservierungsstoff Thiomersal sei Ursache von Autismus, wird von Dr. Jeffrey Gerber und Dr. Paul Offit vom Kinderkrankenhaus Philadelphia widerlegt. Erstens habe keine Studie dazu einen Zusammenhang nahegelegt. Zweitens sind die Symptome von Autismus und die einer Quecksilbervergiftung völlig anders. Und drittens hat eine dänische Studie ergeben: Die Inzidenz von Autismus in Dänemark ist von 1990 bis 2000 deutlich gestiegen, obwohl in dieser Zeit Thiomersal fast vollständig aus Impfstoffen entfernt wurde.

Bleibt das dritte Argument der Impfgegner: Die Überforderung des Immunsystems durch zuviel Impfungen. Auch für diese These gibt es keine Belege. Auch spreche nichts dafür, dass Autismus eine durch das Immunsystem bedingte Erkrankung ist. Es gibt keine Evidenz für eine Immunaktivierung oder entzündliche Läsionen im ZNS von Autisten.

Lesen Sie dazu auch: Anti-vaccinationists past and present Endlich Taten gegen Impfgegner! Hurra, wir retten die Masernviren!

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Impfungen Ursache allen Übels?

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