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Kommentar zum Dauersitzen

Nicht Kranksitzen!

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

Sitzen, sitzen, sitzen. Gesessen wird im Auto oder in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit und dann vor allem im Büro. Abends ist man erschöpft und sitzt wieder: vor dem Fernseher.

Der Körper fällt während eines achtstündigen Arbeitstages in einen Zustand, der einem Koma nicht unähnlich ist.

Dass das nicht gesund sein kann, ist vielen Menschen bewusst. Sie versuchen daher, ihren Bewegungsmangel zu kompensieren. Mit Jogging am Wochenende oder einem wöchentlichen Besuch im Fitness-Studio meinen viele, genug für die Gesundheit zu tun.

Dass sie damit einem Trugschluss aufsitzen, hat eine Metaanalyse jetzt bestätigt: Darin war langes Hocken unabhängig vom Sport am Feierabend mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Typ-2-Diabetes verknüpft.

Sitzen ist also ein Gesundheitsrisiko per se. Ermutigend ist, dass wir etwas dagegen tun können. Der Rat, das Sitzen einzuschränken, wird dabei vermutlich bereitwilliger befolgt als der zu mehr Sport.

Es gibt viele Gelegenheiten, Bewegung in den Alltag einzubauen: Hin und wieder aufstehen und zum Kollegen wandern bringt den Kreislauf in Schwung, regt den Fettstoffwechsel an, tut Bandscheiben und Gelenken gut.

Öfter mal Pause vom Sitzen - das ist effektive Prävention.

Lesen Sie dazu auch: Vernachlässigtes Risiko: Dauersitzen macht krank

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 12.02.201521:04 Uhr

MIKADO - Wer sich zuerst bewegt, hat "gewonnen"?

Es ist ein pseudowissenschaftlicher Mythos, wenn A. Biswas et al. von der Universität Toronto/CAN behaupten, sie hätten in ihrer Metaanalyse 41 Studien mit überwiegend p r o s p e k t i v e m Kohortenstudien-Design ausgewertet. "Sedentary Time and Its Association With Risk for Disease Incidence, Mortality, and Hospitalization in Adults: A Systematic Review and Meta-analysis" - http://annals.org/article.aspx?articleid=2091327 - gibt das gar nicht her!

Keiner kann zuverlässig angeben, wie oft und wie viel er z u k ü n f t i g seine Tage sitzend verbringen wird, um damit später sterbenskrank oder hospitalisiert zu werden. Denn je mehr man k r a n k h e i t s b e d i n g t immobil, teilhabe-, leistungs- und aktivitätsgemindert nur noch herumsitzen kann, desto eher wird die tägliche Sitzdauer durch die Krankheit diktiert; und n i c h t umgekehrt.

So griffig die Erkenntnis auch sein mag, dass im Zeitalter von überwiegend sitzenden (und liegenden) Lebensgewohnheiten mit Bett, Morgen-TV, EDV, ÖPNV, Auto, Bürojob, Auto, ÖPNV, Couch, Essen, Abend-TV, PC, Bett, Sitz-, Liege- oder Rollstuhl mit einer Mortalitäts-Z u n a h m e zu rechnen sei: Sie ist letzten Endes ein Trugschluss, der Ursachen und Wirkungen verwechselt.

Es ist doch paradox: Die höchste Lebenserwartung aller Zeiten in den reichen, hochentwickelten Industrieländern mit maximaler Bewegungsarmut und fast nur noch ausschließlich sitzenden Tätigkeiten wird konterkariert durch die niedrigste Lebenserwartung in Armuts- und Schwellenländern, wo die Menschen nur unter maximalen Mobilitäts- und Bewegungsanforderungen ihr eigenes Überleben sichern können?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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