Kommentar zu Forderungen der Hochdruckliga DHL

Non-adhärente Politiker!

Die Morbiditäts- und Mortalitätslast der Hypertonie ist nach wie vor hoch. Initiativen dagegen sind politisch aber nur schwer durchsetzbar. Was tun?

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Deutlich mehr als 150.000 Bluthochdrucktote“ pro Jahr in Deutschland: Wer diese von der Hochdruckliga DHL bei ihrer Tagung in der vergangenen Woche vorgelegte Zahl sieht, erschrickt.

Doch ein nationaler Rahmenplan, wie er seit Jahren vergeblich für Diabetes gefordert wird und wie er für Krebs als Nationaler Krebsplan schon länger existiert, ist für Hypertonie derzeit nicht in Sicht. Der Grund hat sehr viel mit dem Geschäft der Gesundheitspolitik zu tun: Bluthochdruck verspricht weniger mediale Aufmerksamkeit als Krebs, der „König der Krankheiten“.

Es ist wie bei einer Neudiagnose „I10.9-“ bei einem Patienten: Hypertonie tut zunächst einmal nicht weh, mögliche Folgeerkrankungen sind in weiter Ferne. An diesem Punkt Adhärenz beim Patienten zu erreichen ist schwer. „Adhärenz“ bei Politikern dürfte noch schwerer zu bekommen sein. Dabei sind viele von der DHL vorgeschlagene Maßnahmen zur Prävention, zur Stärkung der Patienten, zur Verhinderung von Folgeerkrankungen sowie zur Forschung durchaus stringent.

Lesen Sie dazu auch

Vielleicht sollte sich die DHL mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zusammentun. Wie wär’s mit einer nationalen Strategie gegen kardiovaskuläre Zivilisationskrankheiten?

Schreiben Sie dem Autor: hauke.gerlof@springer.com

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