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DGIM-Kongress

Paul-Martini-Preis für therapeutische Impfungen gegen Hirntumoren

Der Paul-Martini-Preis des 130. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ist an Professor Michael Platten verliehen worden. Der Neurologe erforscht therapeutische Impfungen gegen Gliome.

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Wiesbaden. Für die Entwicklung therapeutischer Impfstoffe gegen maligne Hirntumoren ist Professor Michael Platten, Direktor der Neurologie an der medizinischen Fakultät Mannheim, beim 130. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) am Montag mit dem Paul-Martini-Preis ausgezeichnet worden.

Plattens Schwerpunktthema sind die Gliome, die noch immer eine schlechte Prognose haben. Trotz chirurgischer Entfernung, Chemo- oder Strahlentherapie sterben circa 6.000 Menschen pro Jahr an einem Gliom in Deutschland. Einen neuen therapeutischen Ansatz sehen Platten und sein Team in den mutierten Proteinen der Gliomzellen, etwa IDH1.

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Immunsystem wird auf mutierte Proteine aufmerksam gemacht

„Mutationen im Erbgut der Tumorzellen führen häufig zu krebstypisch veränderten Proteinen. Ein Impfstoff kann das Immunsystem der Patienten und Patientinnen auf solche mutierten Proteine aufmerksam machen, sodass es T-Zellen auf die entsprechenden Zellen ansetzt“, wird Platten in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Mannheim vom Montag zitiert.

In einer bereits abgeschlossenen Studie führte der IDH1-Impfstoff im Tumorgewebe zur erwünschten Immunreaktion. 72% der vollständig Geimpften lebten noch sechs Jahre nach der Impfung. Ähnliche Ergebnisse ließen sich durch einen Impfstoff gegen das Histon-H3-Protein bei Mittelliniengliomen erzielen.

Hoffnung für Patienten mit Hirntumoren

„Gestützt auf Detailkenntnisse über die Krebszellen und die Mikroumgebung in Hirntumoren entwickelt Professor Platten mit seinem Team therapeutische Impfstoffe, die tatsächlich Wirksamkeit zeigen, wo andere Therapien versagen. Auch wenn sie sich erst noch in weiteren Studien bewähren müssen, macht das Patienten und Patientinnen mit heute noch schwer behandelbaren Hirntumoren Hoffnung. Und es stärkt die Erwartung, dass Tumorimpfungen in Zukunft auch gegen andere Krebsarten einsetzbar werden“, wird Professor Stefan Endres, Teil der sechsköpfigen Jury, in der Mitteilung zitiert.

Der Paul-Martini-Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert. (mke)

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