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Akuttherapie beim Asthma-Anfall

Peak-Flow verrät die Schwere eines Anfalls

Asthma-Anfälle, vor allem tödliche Episoden, sind in Deutschland seit den 1980er Jahren deutlich zurückgegangen. Dennoch ist im Praxisalltag immer wieder mit solchen Notfällen zu rechnen. Die Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie bietet praktische Tipps.

Veröffentlicht:

Bei Kindern über zwei Jahren lauten die Kriterien für einen mittelschweren Asthma-Anfall nach der Leitlinie:

  • Peak-Flow (PEF) unter 80 Prozent des Bestwertes,
  • Unvermögen, einen längeren Satz während eines Atemzuges zu vollenden
  • Atemfrequenz unter 30/min
  • Herzfrequenz unter 120/min.

Als Intitialtherapie empfehlen die deutschen Experten 2 bis 4 Hübe eines rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetikums alle 20 Minuten, und zwar über ein Dosieraerosol mit Spacer oder Vernebler. Eventuell können zusätzlich 2 bis 3 l/min Sauerstoff über eine Maske oder eine Nasensonde zugeführt werden. Ziel hierbei ist eine Sauerstoffsättigung (SAO2) von mehr als 92 Prozent. Erwogen werden kann nach der deutschen Asthma-Leitlinie auch die Anwendung von 1 mg/kg Körpergewicht (KG) Prednisolonäquivalent oral, und zwar über insgesamt drei Tage.

Ein schwerer Asthma-Anfall erfordert eine intensivere Akuttherapie. Zeichen dafür sind bei Kindern:

  • Peak-Flow (PEF) unter 50 Prozent des Bestwertes
  • Unvermögen, zu sprechen oder Nahrung aufzunehmen
  • Gebrauch der akzessorischen Atemmuskulatur
  • Atemfrequenz bei über fünfjährigen Kindern mehr als 30/min; bei zwei- bis fünfjährigen Kindern über 40/min
  • Herzfrequenz bei über fünfjährigen Kindern mehr als 120 /min; bei zwei- bis fünfjährigen Kindern über 130/min
  • SAO2 unter 90 Prozent unter Raumluft

Bei solchen Kindern empfehlen Experten 4 bis 8 Hübe eines rasch wirksamen Beta-2-Mimetikums alle 10 min. Außerdem: 2 bis 3 l/min Sauerstoff über Maske oder Nasensonde sowie 2 mg/kg KG Prednisolonäquivalent i.v. (falls kein i.v. Zugang möglich, auch oral) drei Tage lang.

Wenn sich der Zustand nach Applikation eines Beta-2-Sympathomimetikums nicht sofort deutlich bessert, ist die stationäre Aufnahme des Kindes erforderlich. (ikr)

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