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Allgemeinmaßnahmen

Mit Sport ist Anfälligkeit für Atemnot reduziert

Asthmakranke Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Sport treiben, erhöhen damit nicht nur ihre körperliche und geistige Fitness. Sie erhöhen auch die Schwelle für Anstrengungsasthma und reduzieren nach aktuellen Studiendaten den Bedarf an Medikamenten.

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Schulkinder klettern über Hindernisse während des Sportunterrichts. Asthmakranke Kinder sind körperlich ähnlich stark belastbar wie gesunde Gleichaltrige.

Schulkinder klettern über Hindernisse während des Sportunterrichts. Asthmakranke Kinder sind körperlich ähnlich stark belastbar wie gesunde Gleichaltrige.

© Foto: imago

"Die Auffassung, dass asthmakranke Kinder prinzipiell weniger leistungsfähig sind und daher vor Sport geschützt werden müssten, ist überholt", so Dr. Josef Lecheler vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden (Der Pneumologe 5, 2008, 74). Asthmakranke Kinder seien in ähnlichem Maße körperlich belastbar wie gesunde Gleichaltrige, wenn sie nicht gerade einen Infekt oder eine Exazerbation hätten. Mittlerweile ist klar: Ein zunehmender Fitnessgrad vermindert die Atemarbeit pro Belastungseinheit.

Je besser trainiert ein Patient ist, desto seltener kommt er in eine Belastungssituation mit Atemnot. Neue Studiendaten belegen außerdem, dass Kinder mit Asthma, die regelmäßig trainieren, allgemein leistungsfähiger sind als andere Kinder (The Cochrane Library 4, 2007, 1). Und: Sportliche Kinder benötigen weniger Medikamente zur Dauertherapie wie etwa inhalative Kortikosteroide.

Kinder unter zehn Jahren mit Asthma, die körperlich allzu sehr geschont wurden, fallen nach den Erfahrungen von Lecheler häufig durch Defizite bei der Koordination auf. Diese müsse dann zuerst trainiert werden, etwa durch Ballspiele.

Ausdauersport ist bei Asthma besonders gut geeignet.

Ältere Kinder und Jugendliche profitieren besonders von Ausdauersport. Am besten geeignet seien Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen, weil dabei keine Belastungsspitzen erforderlich sind, so der Kollege aus Berchtesgaden. Bei Wettkampfsportarten bestehe die Gefahr, dass eine Bronchokonstriktion nicht rechtzeitig wahrgenommen werde.

Bei solchen Sportarten sei es wichtig, asthmakranke Kinder nicht sich selbst zu überlassen. Für Kinder mit Pollenasthma ist es ratsam, während des maximalen Pollenfluges im Frühsommer auf Spiel und Sport im Freien zu verzichten. Und noch etwas ist zu beachten, wenn asthmakranke Kinder Sport treiben. Zu Beginn der Sportstunde ist ein 15-minütiges Aufwärmen sinnvoll, um eine Atemwegsobstruktion zu vermeiden. Wichtig ist auch eine Abklingphase am Ende des Trainings.

Eine effektive Sofortmaßnahme bei anstrengungsinduzierten Atemwegsobstruktionen sind nach Angaben von Lecheler rasch wirksame Beta-Mimetika. Bereits nach 5 bis 15 Minuten trete der Maximaleffekt ein. Alternativen zur Vorbeugung von Anstrengungsasthma seien Cromoglyzinsäure, Montelukast, inhalative Kortikoide und Theophyllin. (ikr)

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