Pramlintide senkt HbA1c ohne Gewichtszunahme

ROM (hbr). Bei Typ-2-Diabetikern verbessert die Zugabe von Pramlintide zu einer basalen Insulintherapie die Stoffwechsel-Einstellung so effektiv wie die eines schnellen Bolusinsulins. Aber die Patienten nehmen nicht zu, und Hypoglykämien sind seltener.

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Das belegen Daten von 112 Typ-2-Diabetikern, die Professor Matthew Riddle aus Oregon beim europäischen Diabeteskongress in Rom präsentierte. Der HbA1c-Wert betrug 8,3 Prozent. Die Patienten erhielten ein basales Analoginsulin, dessen Dosis so eingestellt wurde, dass ein Nüchtern-Blutzuckerwert unter 100 mg/dl erreicht wurde.

Orale Therapien wurden fortgesetzt. Zusätzlich injizierten die Patienten vor den Hauptmahlzeiten subkutan 120 µg Pramlintide oder ein schnelles Mahlzeiteninsulin. Letzteres wurde auf Glukosewerte unter 100 mg/dl vor dem Essen titriert.

Pramlintide ist ein Analogon des Betazell-Hormons Amylin, das zusammen mit Insulin beim Essen ausgeschüttet wird und die postprandiale Glukagonsekretion hemmt. Das bremst den Glukoseanstieg nach dem Essen. Die Amylin-Sekretion ist bei Diabetikern reduziert. Das Analogon verursacht bei alleiniger Applikation keine Unterzuckerungen.

Nach 24 Wochen betrug die HbA1c-Absenkung 0,9 Prozent mit Pramlintide und 1,1 Prozent mit dem Bolusinsulin, war also in beiden Gruppen ähnlich. Ein HbA1c unter sieben Prozent erreichten aber mehr Patienten mit Normalinsulin (55 versus 45 Prozent).

Dafür waren allerdings täglich 37 Einheiten eines Bolusinsulins erforderlich. Insgesamt brauchten Patienten mit Pramlintide täglich nur 52 Einheiten Basal-Insulin, die Bolus-insulingruppe dagegen 94 Einheiten (Basal plus Bolus). Gleichzeitig wurden bei 82 Prozent der Probanden mit Einsatz von Normalinsulin Unterzuckerungen notiert, in der Pramlintide-Gruppe nur bei 55 Prozent.

Und: Auch beim Gewicht waren Patienten mit dem Amylin-Analogon im Vorteil, denn sie hielten ihr Gewicht und wurden etwas leichter (minus 0,3 kg). Mit Normalinsulin dagegen nahmen sie im Schnitt um 4,2 kg zu. Der Unterschied ist sehr signifikant. Nachteil mit Pramlintide war eine - vorwiegend leicht ausgeprägte - Übelkeit bei 21 Prozent der Patienten. Pramlintide kann zu Beginn einer Mahlzeiten-orientierten Therapie Alternative zu Bolusinsulin sein.

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