Rheuma

Praxistaugliche Empfehlungen zur Therapie bei Psoriasis-Arthritis

Neue Empfehlungen sollen die Therapie von Patienten mit Psoriasis-Arthritis erleichtern.

Von Wiebke Kathmann Veröffentlicht: 24.06.2010, 05:00 Uhr
Praxistaugliche Empfehlungen zur Therapie bei Psoriasis-Arthritis

Dicke Endgelenke - PsoriasisArthritis?

© Krüger, Merckle Rheum. vis.

ROM. Die bisher geltenden GRAPPA*-Empfehlungen zur Psoriasis-Arthritis (PsA) lassen sich in der Praxis nur schwer umsetzen. Zu komplex ist die Unterscheidung in leichte, moderate und schwere Erkrankungen. Die neuen EULAR-Empfehlungen sind dagegen praxistauglich, so die federführend Verantwortlichen, die Professoren Laure Gossec aus Paris und Josef Smolen aus Wien. Primär geht es um die rheumatologische Sicht, die bei entsprechendem Hautbefall durch die dermatologische ergänzt wird. "Hauptziel ist die Optimierung der krankheitsbezogenen Lebensqualität durch Kontrolle der Symptome, Prävention struktureller Schäden, Normalisierung der Funktion und sozialen Teilhabe," so Gossec.

Konkret wurden zehn Empfehlungen formuliert:

1. NSAR können unter Berücksichtigung des Nutzen-Risiko-Profils zur Linderung muskuloskeletaler Symptome eingesetzt werden.

2. Bei Patienten mit aktiver Krankheit, also vielen geschwollenen Gelenken, strukturellen Schäden plus Entzündung, hoher BSG oder hohen CRP-Werten sowie relevanten extraartikulären Manifestationen, sollte der frühe Einsatz von Basistherapeutika (DMARD) wie Methotrexat (MTX), Leflunomid und Sulfasalazin erwogen werden.

3. Bei PsA und relevanter Psoriasis ist MTX zu bevorzugen, weil es auch auf die Hauterscheinungen wirkt.

4. Lokale Steroidinjektionen können adjuvant sinnvoll sein; systemisch können Steroide in der niedrigsten effektiven Dosis eingesetzt werden.

5. Bei Patienten mit inadäquatem Ansprechen auf ein DMARD wie MTX sollte ein Therapieversuch mit einem Biological unternommen werden.

6. Bei Patienten mit Enthesitis oder Daktylitis und unzureichendem Ansprechen auf NSAR oder lokale Steroidinjektionen sollte ein TNFα-Hemmer eingesetzt werden.

7. Bei Patienten mit aktiver, überwiegend axialer Erkrankung, die auf NSAR nicht ausreichend ansprechen, sollte ein TNFα-Hemmer verordnet werden.

8. Bei schwer erkrankten Patienten kann ein TNFα-Hemmer ausnahmsweise auch bei DMARD-naiven Patienten eingesetzt werden.

9. Bei Versagen eines TNFα-Hemmers sollte auf einen zweiten umgestellt werden.

10. Bei der Therapieanpassung sollten außer der Krankheitsaktivität auch Komorbiditäten und die Sicherheit der Therapie in Betracht gezogen werden.

http://grappanetwork.org und www.eular.org

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Präventionsdefizit

Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Parkhausdeck flugs zur Corona-Praxis umfunktioniert

Kreativität in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie

Parkhausdeck flugs zur Corona-Praxis umfunktioniert

Die soziale Seite des Corona-Virus

Zwischenruf zur Pandemie

Die soziale Seite des Corona-Virus

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden