Clusterkopfschmerz

Prednison hält kritischer Prüfung stand

Wie wirksam Prednison als Add-on-Therapie in der Prophylaxe von Clusterkopfschmerzen ist, ist umstritten. Forscher wiesen nun eine signifikante Wirksamkeit bei guter Sicherheit nach.

Veröffentlicht: 04.12.2019, 13:37 Uhr

Stuttgart. Prednison wird in der präventiven Behandlung von Clusterkopfschmerzepisoden initial eingesetzt, um die Zeit bis zum Wirkeintritt des First-Line-Therapeutikums Verapamil zu überbrücken. Ob Prednison in dieser Situation wirklich wirksam ist, war bisher umstritten, denn die Studien widersprachen sich teils.

Daher wurde die öffentlich geförderte, randomisierte, Placebo-kontrollierte Parallelgruppenstudie PredCH initiiert, die Professor Mark Obermann, Zentrum für Neurologie, Asklepios Stadtkliniken Schildautal in Seesen, anlässlich des diesjährigen Neurologenkongresses vorstellte.

Darin wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Prednison als Add-on-Therapie in der prophylaktischen Behandlung von Clusterkopfschmerzepisoden untersucht. Teilgenommen hatten 144 Patienten mit Clusterepisoden, die unbehandelt mindestens einen Monat dauerten. Die letzte Episode musste mehr als 30 Tage her sein, die aktuelle vor weniger als 30 Tagen begonnen haben.

Ein Viertel weniger Attacken

Verapamil wurde dabei gemäß klinischer Praxis langsam aufdosiert – von dreimal 40 mg pro Tag an den Tagen 1–3 auf schließlich dreimal täglich 120 mg an den Tagen 19–30. Die Add-on-Therapie mit Prednison erfolgte an den Tagen 1–5 mit 100 mg und wurde dann alle drei Tage um 20 mg reduziert. Primärer Endpunkt war die mittlere Anzahl der Attacken unter Prednison in der ersten Woche.

Obermann erklärte, dass sich die Zahl der Attacken in der ersten Woche um 25,3 Prozent gegenüber Placebo als Add-on reduzierte. In absoluten Werten bedeutet das also um 6,49 versus 9,5 Attacken (p = 0,0146).

Bei fast der Hälfte der Patienten kam es zu einer mehr als 50-prozentigen Reduktion der Attacken innerhalb der ersten Woche (49 versus 14,5 Prozent, p = 0,0001). Nach vier Wochen galt dies für 70,6 Prozent (unter Placebo 45,5 Prozent, p = 0,011). Bei 35 Prozent der Patienten sistierte die Clusterepisode innerhalb von einer Woche komplett.

Keine schwere Nebenwirkung

Dieser signifikante Zugewinn an Wirksamkeit durch Add-on von Prednison in der Initialphase der präventiven Behandlung der Clusterkopfschmerzepisoden mit Verapamil wurde dabei nicht durch schwerwiegende Nebenwirkungen erkauft. Die Therapie war sicher und wurde gut toleriert. Weder kam es unter Prednison zu mehr Nebenwirkungen noch zu vermehrten Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen.

Etwas häufiger als unter Placebo waren Diarrhö, Hyperhidrosis, Kopfschmerz, Palpitation und Unruhe.

Obermanns Fazit daher: „Orales Prednison ist eine wirksame Kurzzeitprävention bei episodischen Clusterkopfschmerzen.“ (kat)

Mehr zum Thema

Untersuchung am UKE

Migräneversorgung bereitet Kopfschmerzen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Krankenkassen halten Beitragssätze stabil

Zusatzbeiträge 2020

Krankenkassen halten Beitragssätze stabil

Bei Akne leidet oft auch die Psyche

Häufiges Duo

Bei Akne leidet oft auch die Psyche

Wo Syphilis besonders oft auftritt

Deutschland

Wo Syphilis besonders oft auftritt

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden