Clusterkopfschmerz

Prednison hält kritischer Prüfung stand

Wie wirksam Prednison als Add-on-Therapie in der Prophylaxe von Clusterkopfschmerzen ist, ist umstritten. Forscher wiesen nun eine signifikante Wirksamkeit bei guter Sicherheit nach.

Veröffentlicht:

Stuttgart. Prednison wird in der präventiven Behandlung von Clusterkopfschmerzepisoden initial eingesetzt, um die Zeit bis zum Wirkeintritt des First-Line-Therapeutikums Verapamil zu überbrücken. Ob Prednison in dieser Situation wirklich wirksam ist, war bisher umstritten, denn die Studien widersprachen sich teils.

Daher wurde die öffentlich geförderte, randomisierte, Placebo-kontrollierte Parallelgruppenstudie PredCH initiiert, die Professor Mark Obermann, Zentrum für Neurologie, Asklepios Stadtkliniken Schildautal in Seesen, anlässlich des diesjährigen Neurologenkongresses vorstellte.

Darin wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Prednison als Add-on-Therapie in der prophylaktischen Behandlung von Clusterkopfschmerzepisoden untersucht. Teilgenommen hatten 144 Patienten mit Clusterepisoden, die unbehandelt mindestens einen Monat dauerten. Die letzte Episode musste mehr als 30 Tage her sein, die aktuelle vor weniger als 30 Tagen begonnen haben.

Ein Viertel weniger Attacken

Verapamil wurde dabei gemäß klinischer Praxis langsam aufdosiert – von dreimal 40 mg pro Tag an den Tagen 1–3 auf schließlich dreimal täglich 120 mg an den Tagen 19–30. Die Add-on-Therapie mit Prednison erfolgte an den Tagen 1–5 mit 100 mg und wurde dann alle drei Tage um 20 mg reduziert. Primärer Endpunkt war die mittlere Anzahl der Attacken unter Prednison in der ersten Woche.

Obermann erklärte, dass sich die Zahl der Attacken in der ersten Woche um 25,3 Prozent gegenüber Placebo als Add-on reduzierte. In absoluten Werten bedeutet das also um 6,49 versus 9,5 Attacken (p = 0,0146).

Bei fast der Hälfte der Patienten kam es zu einer mehr als 50-prozentigen Reduktion der Attacken innerhalb der ersten Woche (49 versus 14,5 Prozent, p = 0,0001). Nach vier Wochen galt dies für 70,6 Prozent (unter Placebo 45,5 Prozent, p = 0,011). Bei 35 Prozent der Patienten sistierte die Clusterepisode innerhalb von einer Woche komplett.

Keine schwere Nebenwirkung

Dieser signifikante Zugewinn an Wirksamkeit durch Add-on von Prednison in der Initialphase der präventiven Behandlung der Clusterkopfschmerzepisoden mit Verapamil wurde dabei nicht durch schwerwiegende Nebenwirkungen erkauft. Die Therapie war sicher und wurde gut toleriert. Weder kam es unter Prednison zu mehr Nebenwirkungen noch zu vermehrten Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen.

Etwas häufiger als unter Placebo waren Diarrhö, Hyperhidrosis, Kopfschmerz, Palpitation und Unruhe.

Obermanns Fazit daher: „Orales Prednison ist eine wirksame Kurzzeitprävention bei episodischen Clusterkopfschmerzen.“ (kat)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin