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Akustikusneurinom

Radiochirurgie ist sicher

Veröffentlicht:

PHILADELPHIA. "Die strahlenchirurgische Behandlung von Akustikusneurinomen ist sicher und wirksam", schließen Forscher der University of Pennsylvania in Philadelphia nach Analyse bisheriger Veröffentlichungen dazu (Laryngoscope 2015, online 13. Februar).

Bei der Mehrheit der Patienten liege das Risiko für eine maligne Veränderung auf einem akzeptabel niedrigen Niveau.

Die in den vorliegenden Studien ermittelten Malignitätsraten nach radiochirurgischer Behandlung von Patienten mit Akustikusneurinomen liegen zwischen 0,04 Prozent nach 15 Jahren und 0,3 Prozent nach zwölf Jahren.

Die Inzidenz der malignen Transformation wird mit 0,02 Prozent pro Jahr angegeben. Für die traditionelle Strahlentherapie ist das Risiko, eine maligne Transformation im bestrahlten Gewebe zu induzieren, gut dokumentiert.

Bei Akustikusneurinomen ist das bestrahlte Volumen ist deutlich kleiner und die dort deponierte Strahlendosis so hoch, dass eher mit zytotoxischen als mutagenen Effekten zu rechnen ist - theoretisch.

Strahleninduzierte Malignome sollten drei Kriterien erfüllen: Lokalisation im bestrahlten Gebiet, Latenzzeit mehr als fünf Jahre, anderer pathologischer Typ als der bestrahlte Tumor.

Es ist vor allem das letzte Kriterium, das bei Akustikusneurinomen Schwierigkeiten macht, weil hier aufgrund der hohen Benignitätsrate nur selten eine Biopsie vorgenommen wird.

In einer früheren Untersuchung hatten Forscher über 14 maligne Akustikusneurinome berichtet, von denen sechs zuvor einer Strahlentherapie unterzogen worden waren. Drei davon waren laut pathologischem Befund ursprünglich benigne gewesen.

Von den nicht radiochirurgisch behandelten Tumoren waren fünf laut Pathologie von Beginn an bösartig gewesen, zwei hatten nach zunächst benigner Histologie eine maligne Transformation durchgemacht.

In einer weiteren Studie von 22 strahleninduzierten Malignomen nach der Therapie eines Akustikusneurinoms hatten sich 13 in bösartige Nervenscheidentumoren verwandelt, fünf Patienten entwickelten ein Glioblastoma multiforme und vier ein Sarkom im umgebenden Gewebe.Besondere Vorsicht sei bei Risikogruppen geboten.

Hierzu zählen die HNO-Ärzte junge Patienten, die aufgrund einer längeren verbleibenden Lebenszeit weitere Mutationen und schließlich eine maligne Transformation entwickeln können, Patienten mit großen Tumoren (= 2,5 cm) und Patienten mit genetischer Anfälligkeit, etwa solche mit zentraler Neurofibromatose. (rb)

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