Remission bei RA durch Kombitherapie

PARIS (hub). Versagt bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) die Therapie aus Methotrexat und einem TNFa-Blocker, gibt es noch mehrere Möglichkeiten. Sogar Remissionen sind für einen Teil dieser Patienten möglich.

Veröffentlicht:

Drei Optionen gibt es, werden bei Patienten mit RA keine ausreichenden Erfolge mit einer Kombitherapie aus Methotrexat (MTX) und einem TNFa-Blocker erreicht: Man kann die MTX-Konzentration erhöhen, einen anderen TNFa-Blocker verordnen oder ein Biological mit einem anderen Wirkprinzip einsetzen.

"Den meisten Erfolg verspricht der dritte Weg", sagte Professor Michael Schiff beim europäischen Rheuma-Kongress EULAR in Paris. Zugelassen für diese Patienten-Gruppe ist etwa der selektive Ko-Stimulationsblocker Abatacept (Orencia®). "Dieses Biological ahmt die körpereigene T-Zellregulation nach", so Schiff.

Fast jeder Zehnte wurde beschwerdefrei.

Die Wirksamkeit von Abatacept wurde in einer Studie (ARRIVE) mit über 1000 Patienten belegt. Alle hatten nach einer dreimonatigen Therapie mit TNFa-Blocker noch immer eine aktive RA, also einen DAS 28* über 5,2. "Nach sechs Monaten Therapie mit Abatacept kam mehr als jeder zehnte Patient noch in eine Remission. Sie hatten einen DAS 28 von unter 2,6", sagte der Rheumatologe von der Uni in Denver bei einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb.

Dabei zeigte sich, dass die Remissionsrate umso niedriger war, je mehr verschiedene TNFa-Blocker zuvor eingesetzt wurden: Bei einem waren es 16 Prozent, bei zweien 13 Prozent und bei drei TNFa-Blockern nur noch 6,5 Prozent der Patienten mit einer Remission. Auch dieses Ergebnis spreche dafür, nach Versagen eines TNFa-Blockers gleich ein Biological mit anderem Wirkprinzip einzusetzen, so Schiff.

"Die Therapie mit Abatacept verhindert auch strukturelle Schäden an den Gelenken", ergänzte Professor Paul Emery von der Uni Leeds in Großbritannien. Eine Studie mit fast 700 RA-Patienten habe ergeben, dass nach einem Jahr Therapie mit Abatacept plus MTX fast jeder zweite ohne strukturelle Schäden war. Dieser Teil der Patienten stieg mit zunehmender Therapiedauer: Nach zwei Jahren waren es 68 Prozent und nach drei Jahren sogar 75 Prozent der Patienten.

*DAS 28: Disease Activity Score, bei dem 28 Gelenke der Hände, das Befinden des Patienten und Entzündungsparameter berücksichtigt werden. Werte von 0 bis 10 sind möglich (10 Punkte: maximale Beschwerden).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Belastungsintoleranz

Potenzieller Therapie-Ansatz bei Lupus-Fatigue entdeckt

S3-Leitlinie

Gicht: Das ist bei der medikamentösen Harnsäuresenkung wichtig

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cyberangriffe & Co.

So reagieren Arztpraxen im IT-Notfall richtig

Gendermedizin

Lena Marie Seegers: Ein Herz für Frauenherzen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Madrid bei Sonnenuntergang.

© Shansche / Getty Images / iStock

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen