Direkt zum Inhaltsbereich

KOMMENTAR

Richtungslose Weiterbildung

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Die Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin in Berlin ist ein Triumph - allerdings nur für diejenigen, die einen Kontrapunkt zur Wiedereinführung des Facharztes für Innere Medizin ohne Schwerpunkt setzen wollten. Für diejenigen, die sich in der Weiterbildung befinden oder kurz davor stehen, ist das Chaos perfekt. Was tun, werden sie sich fragen, bei soviel Uneinheitlichkeit und offenbarer Uneinsichtigkeit.

Nicht auf Brüssel schielen - das Problem liegt in Deutschland

Die Empfehlung des Deutschen Ärztetages, den Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin bundesweit zu etablieren, ist fehlgeschlagen. Einmal mehr ist deutlich geworden, dass die Weiterbildungsordnung seit Jahren ein Spielball derer ist, die versuchen, die Diskussion ideologisch und interessengesteuert zu führen, um damit am ehesten sich, aber am wenigsten den jungen Ärzten zu helfen.

Es sind auch nicht die Brüsseler Behörden, die den Landesärztekammern und deren Aufsichtsministerien permanent im Nacken sitzen. Dass die Weiterbildungsordnung zur unendlichen Geschichte geworden ist, liegt alleine am Entscheidungsprocedere in Deutschland. Berlin belegt das: Im Prinzip wird hier die gesamte Diskussion über die Weiterbildungsordnung der vergangenen sechs Jahre ausgeblendet, um einen Beschluss zu treffen, der bis zur Weiterbildungsentscheidung in Rostock 2002 Bestand hatte.

Föderalismus muss zur Disposition stehen

Wie soll's nun weitergehen? Auf die nächsten Ärztetage zu hoffen, bleibt fragwürdig. Die Erfahrungen der vergangenen Ärztetage haben gezeigt, dass jede getroffene Entscheidung, die aufgrund des rechtlichen Status‘ der Ärztetage nur empfehlenden Charakter haben kann, dann zur Makulatur wird, wenn sich Landesärztekammern nicht dem Mehrheitsvotum beugen. Über dieses Procedere muss im Interesse des Nachwuchses nachgedacht werden. Es sei denn, man nimmt billigend in Kauf, dass das Thema Weiterbildungsordnung bald von anderen geregelt wird - nur nicht mehr von den Kammern, weil sie Kompetenz und Glaubwürdigkeit verspielt haben.

Mehr zum Thema

Shared Decision Making

Asthma: Mitentscheiden verbessert Kontrolle

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird