Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

SARS-CoV-2-Tests: Längerfristige Konzepte gesucht

Die PCR ist beim Screening auf SARS-CoV-2 wichtig, und sie bleibt wichtig. Aber ob wir wirklich Kapazitäten für 4,5 Millionen PCRs pro Woche brauchen, darf man getrost infrage stellen.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Die SARS-CoV-2-Pandemie ist bekanntlich kein Sprint, sondern eher ein Langstreckenlauf. Das gilt auch für das Thema Testen und für die Art der in unterschiedlichen Szenarien durchgeführten Tests.

Derzeit steht die Abstrich-PCR aus vielen guten Gründen klar im Vordergrund, das wird auch noch eine Weile so bleiben. Die Abstrich-PCR hat aber auf der Langstrecke klare Grenzen.

Dass im Moment nur die Hälfte der PCR-Kapazitäten tatsächlich abgefragt wird, liegt nicht nur am Verlauf der Pandemie in Deutschland. Sondern es liegt auch daran, dass sich Ärzte damit schwertun, einen für den Untersucher potenziell infektionsträchtigen und für den Patienten unangenehmen Nasen-/Rachen-Abstrich bei nur milde bis mäßig symptomatischen Patienten zu machen.

Dass die aktuellen RKI-Empfehlungen die Testung auf Kontaktpersonen und spezielle Risikokonstellationen beschränken, stimmt. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass es ziemlich unsicher ist, ob bei einer Positivenquote von nur sechs bis acht Prozent wirklich mehr abgestrichen würde, wenn das RKI die Indikation weiter fassen würde.

Hinzu kommt, dass die viel gepriesene, hohe Sensitivität der PCR zwar technisch gegeben ist. Die klinische Sensitivität einer einmaligen Abstrich-PCR – und darum geht es in der ambulanten Versorgung – ist allen internationalen Daten zufolge aber nicht gerade beeindruckend.

Das relativiert auch die Diskussionen um die ach so schlechte Frühsensitivität der Antikörpertests deutlich. Die PCR ist wichtig, und sie bleibt wichtig, aber ob wir wirklich Kapazitäten für 4,5 Millionen PCRs pro Woche brauchen, darf man getrost infrage stellen. Vielleicht sollten wir mit Blick auf die Langstrecke langsam anfangen, uns über multimodale, bedarfsnahe Testkonzepte Gedanken zu machen.

Lesen sie auch
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Oberlandesgericht Celle

AstraZeneca muss Auskunft über Corona-Impfstoff geben

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Progression bremsen

Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern: Wann initiieren?

Lesetipps
Syphilis-Läsion im Mund einer infizierten Person.

© CID / Science Photo Library

Kein Herpes, kein Krebs

Was steckte hinter den schlecht heilenden Ulzera im Mund?