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Schizophrenie startet bei Kindern oft untypisch

BERLIN (djb). Eine Schizophrenie macht sich bei Kindern und Jugendlichen meist anders bemerkbar als bei Erwachsenen. So stehen bei Kindern zunächst Gefühlsschwankungen im Vordergrund. Sie treten lange vor Halluzinationen, Wahn oder Denkstörungen auf. Fehldiagnosen wie ADHS oder Entwicklungsverzögerung sind daher bei Kindern mit Schizophrenie häufig.

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Die Früherkennung ist aufgrund der unspezifischen Symptomatik schwierig, sagte Professor Andreas Warnke aus Würzburg. Negativsymptome wie Apathie und Antriebslosigkeit gehen den Wahnsymptomen voraus.

Schon fünf Jahre vor der akuten Manifestation der Psychose treten Depressionen, introvertiertes Verhalten sowie Kontaktprobleme auf, und die schulische Leistung verschlechtert sich. Später dominieren akustische vor visuellen Halluzinationen.

Nur bei einem Viertel der Kinder und Jugendlichen mit Schizophrenie lassen sich die Symptome durch eine Therapie deutlich reduzieren, und bei einem weiteren Viertel kommt es zur Remission. Bei der Hälfte verläuft die Erkrankung dagegen chronisch mit ungünstiger Prognose. Im Erwachsenenalter sind 82 Prozent ohne Schulabschluß, 63 Prozent hospitalisiert, 94 Prozent ohne Beruf, und 73 Prozent bleiben unverheiratet.

Studie hätten ergeben, daß atypische Neuroleptika den Verlauf der Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen bremsen können. Daher sei eine möglichst frühe Therapie nötig, sagte Warnke bei einer Veranstaltung von AstraZeneca. Allerdings gebe es bisher erst wenige Studien mit Antipsychotika bei jungen Patienten.



Schizophren: eines von 10 000 Kindern

Die Schizophrenie-Prävalenz bei Erwachsenen liegt bei etwa 0,5 bis 1 Prozent, bei Kinder unter zehn Jahren bei etwa ein bis zwei pro 10 000 und ist damit 50mal niedriger als bei Erwachsenen. Zwischen zehn und 15 Jahren liegt die Prävalenz bei etwa zwei bis fünf pro 10 000, danach steigt sie steil an. Beginnt die Krankheit im Kindesalter, ist die Prognose sehr schlecht.

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