Direkt zum Inhaltsbereich

Impfungen bis Sonntag

Scholz-Ziel erreicht: 30 Millionen Corona-Impfungen seit 18. November

Allen Widrigkeiten zum Trotz hat die Corona-Impfkampagne im Advent noch einmal deutlich an Tempo zugelegt. Über 30 Millionen Impfdosen wurden verimpft, zumeist in den Praxen. Jetzt knöpft sich Kanzler Scholz ein neues Ziel vor.

Veröffentlicht:
Niklas (20), Rettungssanitäter, zieht eine Spritze mit dem Moderna-Impfstoff auf. Im Rahmen einer Sonderimpfaktion wurde am Vormittag am Heiligen Abend in der Vorhalle des Frankfurter Doms gegen Covid-19 geimpft. Nach Auskunft des Impfteams wurden in 3,5 Stunden 120 Personen mit dem Impfstoff Moderna gegen Corona geimpft.

Corona-Impfaktion an Heiligabend im Frankfurter Dom: Seit Mitte November sind über 30 Millionen Impfdosen in die Arme gegangen.

© Andreas Arnold / dpa

Berlin. Die Bundesregierung hat ihr Mitte November gesetztes Ziel von 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende erreicht. Die Marke wurde am Sonntag überschritten, wie Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) der Nachrichtenagentur dpa sagte. „Wir haben jetzt ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Darauf können wir alle stolz sein.“

Ein Jahr nach dem offiziellen Start der COVID-19-Impfkampagne am 27. Dezember 2020 sind in Deutschland insgesamt knapp 147 Millionen Dosen verabreicht worden.

Lauterbach dankte den impfenden Ärztinnen und Ärzten, aber auch den Geimpften. „Sie haben damit sich selbst und der Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen. Es ist unser Ziel, die Booster-Kampagne über die nächsten Wochen mit so hoher Geschwindigkeit fortzusetzen, dass wir damit die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen der Omikron-Variante deutlich reduzieren können.“

Das Gros sind Booster-Impfungen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte das 30-Millionen-Ziel erstmals am 18. November nach einer Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder formuliert, es damals aber noch ausschließlich auf Booster-Impfungen bezogen. An diesem Tag begann die Zählung für das Ziel.

In seiner Regierungserklärung am 15. Dezember sagte Scholz dann: „Ich möchte, dass wir alle zusammen in Deutschland 30 Millionen Impfdosen bis Jahresende in die Oberarme kriegen, als erste Impfung, als zweite Impfung und als Boosterimpfung.“ Nach der Ministerpräsidentenkonferenz am 21. Dezember korrigierte der Kanzler das Zieldatum auf Weihnachten.

Von den nun mehr als 30 Millionen Impfungen seit dem 18. November sind etwas mehr als fünf Millionen Erst- und Zweitimpfungen und knapp 25 Millionen Booster-Impfungen. Bis Ende Januar will Scholz 30 Millionen weitere Impfungen erreichen.

Regierung verschiebt Impfziel

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen dann vier von fünf Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft sein. „Die Regierung strebt an, bis Ende Januar eine Impfquote von 80 Prozent zu erreichen“, sagte ein Regierungssprecher am Sonntag der dpa auf Anfrage. Vor Weihnachten war noch der 7. Januar als Datum genannt worden.

Rund 35.000 Impfdosen wurden nach Angaben des Impfdashboards des Bundesgesundheitsministeriums am 1. Weihnachtsfeiertag verimpft, an Heiligabend waren es danach rund 68.000 Impfdosen. Bisheriger Rekord war am 15. Dezember mit 1,6 Millionen Impfdosen an einem Tag.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) sind allein in den Kalenderwochen 46 bis 50 gut 18,5 Millionen Corona-Impfdosen in den Praxen verimpft worden – 15,5 Millionen davon für Auffrischimpfungen.

Lauterbach forderte angesichts der erwarteten Dominanz der Omikron-Variante (B.1.1.529) vor allem die bisher Ungeimpften auf, sich impfen zu lassen. „Auch die Erstimpfung schwächt bereits den Krankheitsverlauf bei der Delta und bei der Omikron-Variante sehr stark ab. Es ist nie zu spät, mit der Impfung zu beginnen.“

Lesen sie auch

Impfquote vermutlich höher

Mindestens 58,9 Millionen Menschen in Deutschland sind nach den Angaben vom Sonntag bisher zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der mindestens einmal Geimpften liegt bei 73,8 Prozent.

Dem Impfdashboard zufolge sind aktuell 21,7 Millionen Menschen in Deutschland noch ungeimpft (26,2 Prozent der Bevölkerung). Davon sind 4 Millionen im Alter von 0 bis 4 Jahren (4,8 Prozent der Bevölkerung), für die es bekanntlich keine zugelassenen Impfstoffe gibt.

Auf dem Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Deutschland erhielt insgesamt bislang 159,9 Millionen Dosen Impfstoff (Stand 19. Dezember). Davon entfielen 116,3 Millionen Dosen auf Comirnaty® von BioNTech/Pfizer, 23,9 Millionen auf Spikevax® von Moderna, 14,4 Millionen auf Vaxzevria® von Astrazeneca und 5,2 Millionen auf die COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson. (dpa/nös)

Mehr zum Thema

Praxis Update 2026

Rheuma: Erst der Entzündungsnachweis, dann die Antikörper-Diagnostik

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Selektivvertrag und elektronische Verschreibung

Hilfsmittel: Erprobung des eRezeptes wird ausgeweitet

Lesetipps
Ein arzt schaut einem alten Patienten genau ins Gesicht

© Yuri Arcurs / adobe.stock.com

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose