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HINTERGRUND

Schweden, Rußland, Lettland - in vielen Ländern Europas kann man sich mit FSME-Viren infizieren

Von Ursula Gräfen Veröffentlicht:

Die Impfung gegen FSME kann auch zu den Reiseimpfungen gehören. Zecken gibt es zwar auf der ganzen Welt, und überall können sie Krankheitserreger wie Borrelien übertragen. Mit FSME-Viren sind Zecken aber nicht überall infiziert. Der sogenannte FSME-Gürtel zieht sich von Deutschland über Rußland bis nach China und Japan, wo die Viren vereinzelt vorkommen.

Das FSME-Risiko ist dabei in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich. Es gebe "drastische Unterschiede", sagte Professor Jochen Süss von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Jena im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung": von wenigen Einzelfällen in Norditalien bis zu dramatischen Zahlen im Baltikum, vor allem in Lettland.

Reisende, die sich in FSME-Risikogebieten in der Natur aufhalten wollen, sollten geimpft sein. Einen Überblick über das FSME-Risiko in Europa hat das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf speziell für die reisemedizinische Beratung zusammengestellt, hier eine Auswahl.

  • DÄNEMARK: Risiko nur auf der Insel Bornholm.
  • ESTLAND: Sehr hohes Risiko landesweit; Estland hat wie die anderen baltischen Staaten europaweit die höchsten Inzidenzen.
  • FRANKREICH: Einzelne autochthone Fälle bisher nur im Elsaß und in Lothringen (um Nancy).
  • ITALIEN: Naturherde im NO in den Provinzen Trentino, Belluno und Goriza sowie in Mittelitalien in den Provinzen Florenz und Latium, Vorkommen in der Provinz Piemont im NW.
  • KROATIEN: Hauptendemiegebiet in den nordöstlichen Landesteilen zwischen Save und Drau.
  • LETTLAND: Sehr hohes Risiko landesweit. Besonders hoch ist die Prävalenz im Großraum Riga, das gilt auch für die Grünanlagen im Stadtgebiet. Übertragung auch durch Schafs-/Ziegenmilch beschrieben.
  • LITAUEN: Sehr hohes Risiko landesweit; hot-spots finden sich vor allem zentral sowie im Norden und Süden. Übertragung auch alimentär durch Schafs-/Ziegenmilch beschrieben.
  • ÖSTERREICH: Hochrisikogebiete in Flußniederungen entlang der Donau, besonders in Niederösterreich, in Teilen von Kärnten, der Steiermark und des Burgenlandes.
  • POLEN: Endemiegebiete mit höherem Risiko im N (Provinzen Gdansk, Elblag, Olsztyn), im NO (Suwalki, Bialystock), im O (von Siedice bis zur weißrussischen Grenze) sowie im S (Opole). Übertragung auch alimentär durch Schafs-/Ziegenmilch beschrieben.
  • RUSSLAND: Höchste Fallzahlen in Europa, mit einem Risiko ist landesweit zu rechnen. Besonders betroffen ist der gesamte eurasische Waldgürtel von Kaliningrad im W bis Wladiwostok im O. Gebiete mit besonders hohem Risiko liegen im europäischen Teil Rußlands zwischen Moskau und St.Petersburg (wobei die unmittelbare Umgebung von Moskau als weniger betroffen gilt), am Ural speziell in der Gegend um Perm sowie in den Feuchtbiotopen von Karelien nördlich des Ladogasees. Im asiatischen Teil gibt es Hochrisikogebiete in Süd- und Ost-Sibirien.
  • SCHWEDEN: Naturherde nur im S des Landes. Höheres Risiko in den peripheren Gebieten der Provinz Stockholm. Einzelfälle wurden neuerdings aus dem Küstengebiet im NO von Skane registriert. Im Binnenland weitet sich das Risiko allmählich nach Westen aus.
  • SCHWEIZ: Vorkommen in Niederungen unterhalb 1000 Metern in den nördlichen Landesteilen mit Hauptendemiegebieten im oberen Rheintal und in der Zentralschweiz. Die höchsten Inzidenzen fanden sich zuletzt in Zürich und Thurgau.
  • SLOWAKEI: Vorkommen unterhalb 600 Metern. Hohes Risiko im SW (Donautal), besonders Gebiete um Bratislava und Komarno sowie um Levice. Übertragung auch alimentär durch Schafs-/Ziegenmilch beschrieben.
  • SLOWENIEN: Hauptendemiegebiete in den zentralen und östlichen Landesteilen zwischen Save und Drau, besonders in den Ljubljana- und Celje-Bassins.
  • TSCHECHISCHE REPUBLIK: Hohes Risiko landesweit, vor allem in den Flußniederungen.
  • UNGARN: Vorkommen landesweit, besonders hohes Risiko im N (Grenzgebiet zur Slowakei), im gesamten Gebiet westlich der Donau bis zur Grenze nach Österreich und Kroatien mit Schwerpunkt um den Balaton.

Als Reiseimpfung ist die Impfung gegen FSME eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), für die Patienten selbst bezahlen müssen.

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