Hochrisikopatienten

Schwerkranke mit undichter Herzklappe profitieren von Katheter

Für Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz, die nicht am Herzen operiert werden können, gibt es eine schonende Behandlungsalternative - mittels Katheter am schlagendem Herzen.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Ein neues Verfahren zur Reparatur der Herzklappe verbessert mittelfristig die Herzfunktion und steigert die körperliche Belastbarkeit der Patienten. Das ergab eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg (Eur J Heart Fail. 2013; 15(8): 919-27).

Darin werteten die Heidelberger Kardiologen die Behandlungsergebnisse der ersten 41 hochgradig herzkranken Patienten bis zu einem Jahr nach dem Eingriff aus, wie die Uniklinik mitteilt. Sie zeigten außerdem: Der Eingriff ist ausgesprochen risikoarm und eignet sich daher sehr gut für geschwächte oder voroperierte Hochrisikopatienten.

Während des Eingriffs schiebt der Kardiologe den Katheter über einen Zugang in der rechten Leistenvene zunächst in den rechten Vorhof des Herzens, dort durchsticht er die Vorhofscheidewand. Der Katheter liegt nun im linken Vorhof direkt über der Mitralklappe.

An der Stelle, wo die Herzklappe nicht richtig schließt, wird eine kleine Klammer (MitraClipT, Fa. Abbott) platziert, die die Klappenränder zusammenhält und damit die Schlussfähigkeit der Klappe verbessert.

Mehr als 200 Patienten in Heidelberg behandelt

Die nun veröffentlichte Studie - ausschließlich mit Hochrisikopatienten - zeigt die Ein-Jahres-Bilanz der ersten 41 Patienten, die zwischen September 2009 und November 2011 am Universitätsklinikum Heidelberg auf diese Weise behandelt wurden.

Nach einem Jahr hatte sich der Gesundheitszustand der Herzpatienten deutlich verbessert. Sie waren wieder mehr belastbar und litten weniger an Luftnot. Auch die Herzfunktion steigerte sich. Ihr Gesundheitszustand ist vergleichbar mit Patienten, deren Mitralklappe im Rahmen eines chirurgischen Eingriffes repariert wurde.

Das Verfahren erwies sich zudem als sehr sicher: Das Sterberisiko der schwerkranken Patienten durch den Eingriff lag nach 30 Tagen bei 2,9 Prozent im Vergleich zu rund 12 Prozent nach einer Operation am Herzen.

In den letzten vier Jahren haben die Heidelberger Kardiologen bei mehr als 200 Hochrisikopatienten dieses Verfahren durchgeführt, aktuell sind es rund 80 Patienten pro Jahr.

"Wir haben uns auf Patienten spezialisiert, die nicht mehr operiert werden können, und damit sehr gute Erfahrungen gemacht", heißt es in der Pressemitteilung. (eb)

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