Europäisches Projekt

Screening auf Kombinierte Immundefekte

Veröffentlicht:

FREIBURG. Künftig soll bereits im Rahmen des Neugeborenen-Screenings nach schweren Immundefekten gesucht werden. Die Grundlagen für ein solches Screening soll das internationale Forschungsprojekt EuroCID unter der Leitung von Professor Stephan Ehl, Medizinischer Direktor am Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) des Universitätsklinikums Freiburg, schaffen. Es wird von der Europäischen Kommission mit 1,2 Millionen Euro gefördert, teilt das Uniklinikum Freiburg mit.

Es sollen eine sichere Diagnostik und einheitliche Behandlungspläne für Kinder entwickelt werden, bei denen ein Kombinierter Immundefekt gefunden wurde. An dem Projekt sind sieben Forschungsgruppen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Israel beteiligt, heißt es in der Mitteilung.

"Unser Ziel ist, das Neugeborenen-Screening auf lebensbedrohliche Immundefekte in zwei bis drei Jahren in Deutschland eingeführt zu haben", wird Ehl in der Mitteilung zitiert. Das Screening ermögliche eine frühe Diagnose der Krankheiten, um mit einer rechtzeitigen Stammzelltransplantation 10 bis 15 Kindern jährlich in Deutschland das Leben retten zu können.

Oft ist eine solche Transplantation fremder Immunstammzellen die einzige Möglichkeit, um die Krankheiten zu heilen. Bislang gibt es allerdings keine standardisierten Vorgehensweisen für die Behandlung der seltenen Kombinierten Immundefekte. Im Rahmen des EuroCID-Projekts soll die klinische Betreuung der Patienten systematisiert und auf europäischer Ebene vereinheitlicht werden, unter anderem mit derzeit laufenden Pilotprojekten in Frankreich und Italien.

 Dafür wird auch eine Zusammenarbeit mit dem Europäischen Immundefekt-Register angestrebt, das am CCI des Universitätsklinikums Freiburg angesiedelt ist. In dem Projekt EuroCID werden Kombinierte Immunerkrankungen (Combined Immundeficiencies, CID) erforscht, bei denen sowohl Abwehr-T-Zellen des Immunsystems als auch Antikörper produzierende B-Zellen beeinträchtigt sind.

Im Vergleich zu Schweren Kombinierten Immundefekten (Severe Combined Immunodeficiency, SCID) sind Restfunktionen des Abwehrsystems und damit ein Teilschutz gegenüber Viren, Bakterien und Pilzen erhalten. Beide Formen können aber lebensbedrohlich verlaufen. (eb)

Mehr zum Thema

Empfehlung des CHMP

Mpox: Anwendung von Tecovirimat wird eingeschränkt

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche