DAS SAGEN DIE ASTHMA-EXPERTEN

Seit es Fixkombis gibt, sind Notfall-Behandlungen seltener

Die abschließende Nutzenbewertung des IQWiG zur Asthma-Therapie mit fixen Kombinationen stößt bei Professor Heinrich Worth auf Unverständnis. Kontrovers zur Ansicht des Instituts haben Fixkombis für den Vorsitzenden der Deutschen Atemwegsliga einen klaren Zusatznutzen im Vergleich zu freien Kombinationen.

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Der Zusatznutzen der Fixkombis liegt für Worth und Kollegen in einer besseren Compliance der Patienten und in einer daraus resultierenden besseren Behandlungsqualität. Darauf haben die Asthma-Experten bei der Anhörung zum Vorbericht des IQWiG Anfang März mehrfach hingewiesen.

Den Pneumologen vom Klinikum Fürth wundert die Bewertung des Kölner Institutes nicht, dass fixe Kombinationen zur Behandlung von Asthma-Patienten freien Kombinationen nicht überlegen seien. Worth: "Das Institut hat dafür ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien herangezogen, aber genau das ist der Knackpunkt. Fixe Kombinationen sind nach den Ergebnissen solcher Studien tatsächlich nicht effektiver als freie Kombinationen der gleichen Substanzen, aber in diesen Studien war die Compliance der Patienten verständlicherweise recht hoch. Im Praxisalltag sieht das jedoch anders aus."

Nach den Erfahrungen von Worth und Kollegen sowie nach den Ergebnissen von Studien ist die Therapietreue bei Patienten mit Fixkombinationen höher als bei Patienten, die die gleichen Wirkstoffe separat inhalieren. Vor allem die für eine gute Asthma-Kontrolle so wichtigen Kortikosteroide würden bei freien Kombinationen von den Patienten häufig weggelassen, sagte Worth zur "Ärzte Zeitung". Die bessere Compliance der Patienten, die Fixkominationen erhalten, spiegele sich in einer besseren Behandlungsqualität wider. Das bestätigten die Erfahrungen im Praxisalltag sowie auch die Ergebnisse von Fall-Kontrollstudien. Worth: "Seit es die fixen Kombinationen gibt, gibt es wesentlich weniger Notfallbehandlungen wegen asthmatischer Beschwerden, und zwar sowohl am Tage als auch nachts."

Für den Pneumologen ist klar: Wenn Patienten mit Medikamenten behandelt werden, die nachweislich eine gute Wirksamkeit haben, ist bei guter Compliance davon auszugehen, dass auch die Krankheit gut kontrolliert ist.

Die strikte Forderung des IQWiG, einen besseren Therapieerfolg mit Fixkombis als Folge einer besseren Compliance in randomisierten, kontrollierten Studien nachzuweisen, kann Worth nicht nachvollziehen. "Ein solcher Nachweis ist sehr schwierig. Denn: Sobald ein Patient an einer randomisierten, kontrollierten Studie teilnimmt, befindet er sich eben in einer Studiensituation. Solche Patienten verhalten sich immer anders als Patienten außerhalb von Studien. Auch die Compliance dürfte daher anders sein als im Praxisalltag." (ikr)

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