Vogelgrippe

Seuchenhelfern wird Prophylaxe mit Medikamenten angeboten

SCHWERIN (cin). Einsammeln verendeter Vögel, Keulen von Nutztierbeständen, Desinfektion kontaminierter Bereiche - etwa 400 Menschen helfen bei der Eindämmung der Vogelgrippe auf Rügen und in Vorpommern. Zu ihrem Schutz wird den Helfern eine Prophylaxe mit einem Neuraminidase-Hemmer angeboten.

Veröffentlicht: 22.02.2006, 08:00 Uhr

Ein Risiko, sich mit Vogelgrippe zu infizieren, besteht derzeit praktisch nur für Menschen, die tote Vögel einsammeln, untersuchen oder keulen. Eine Infektion soll bei ihnen vor allem durch eine gute Schutzausrüstung verhindert werden.

Dazu zählen etwa körperbedeckende, flüssigkeitsabweisende Overalls oder Einmalanzüge. Die Stiefel müssen desinfizier- und abwaschbar sein, heißt es ein einem Merkblatt des Landwirtschaftsministeriums von Mecklenburg Vorpommern.

Hinzu kommen desinfizierbare Handschuhe sowie eine Atemschutzhaube oder partikelfilternde Halbmasken. Nach Beendigung des Einsatzes muß eine gründliche Händedesinfektion mit viruzidem Desinfektionsmittel erfolgen.

Diejenigen Helfer, die Tiere töten müssen, erhalten auch eine Oseltamivir-Prophylaxe, sagte Dietrich Brandt, Pressesprecher des Sozialministeriums von Mecklenburg-Vorpommern, zur "Ärzte Zeitung". Helfer, die etwa tote Tiere einsammeln, oder kontaminierte Bereiche reinigen, können eine solche Prophylaxe auf freiwilliger Basis bekommen, so der Pressesprecher.

Zur Prophylaxe wird Oseltamivir (Tamiflu®) in einer Dosierung von 75 mg pro Tag gegeben. Das Medikament soll während der gesamten Expositionsdauer und fünf Tage danach eingenommen werden.

Beim Nachweis von Vogelgrippeviren sollen die Betroffenen eine therapeutische Dosis von Oseltamivir (150 mg pro Tag) erhalten. Außerdem ist für Personen, die in engem Kontakt zum Patienten stehen, eine prophylaktische Therapie mit dem Medikament vorgesehen.

Lesen Sie dazu auch: Föderalismus behindert Kampf gegen Tierseuche Kliniken stellen sich auf Infekte mit H5N1 ein

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