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WHO-Daten

Sieben Millionen Tote durch dreckige Luft

Wirtschaftlicher Aufschwung zu einem hohen Preis: Vor allem in den aufstrebenden Nationen Asiens verursacht Smog Millionen Todesfälle. Krebs und Herzleiden sind zwei der Ursachen - hervorgerufen durch Luftverschmutzung.

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Die größten Verursacher von Feinstaub sind die Industrie und der Straßenverkehr.

Die größten Verursacher von Feinstaub sind die Industrie und der Straßenverkehr.

© Jean-Paul Bounine/fotolia.com

GENF. Etwa 3,7 Millionen Todesfälle sind der WHO zufolge auf Smog durch Verkehr, Industrie, Energieerzeugung und Abfallverbrennung zurückzuführen, 4,3 Millionen auf verschmutzte Luft im Haus durch Kochen am offenen Feuer, Kohle- und Holzöfen - viele Menschen sind beidem ausgesetzt.

Die neue WHO-Analyse basiert auf verbesserten Messmethoden mit Satelliten, Bodenstationen und Modellen zur Ausbreitung der Partikel in der Atmosphäre. Zudem wurden außer urbanen auch ländliche Regionen und außer Atemwegs- auch andere Erkrankungen berücksichtigt.

So ergaben sich Zahlen, die mehr doppelt so hoch sind wie bisher angenommen. Jeder achte Todesfall gehe auf Luftverschmutzung zurück, damit sei sie das größte auf Umweltfaktoren basierende Gesundheitsrisiko (www.who.int/phe/).

Vor allem in aufstrebenden Nationen Asiens ist Smog eine Gefahr - das hat sich erst jüngst beim Alarm in den Megastädten Chinas gezeigt, wo sich die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Asthma und Lungenemphysem binnen weniger Tage verdoppelte.

In China und Indien werden etwa drei Viertel aller Smog-Todesfälle registriert, in den Industriestaaten Europas "nur" 279.000. Das Risiko sei hier durch größere Effizienz bei Energieerzeugung und Transport sowie Energiesparen drastisch reduziert worden - Maßnahmen, die überall ergriffen werden müssten, fordert die WHO.

Herzerkrankungen: Feinstaub erhöht nach einer Studie das Risiko schon unterhalb der EU-Grenzwerte. Steigt die Konzentration der Partikel bis 2,5 µm Durchmesser (PM2,5) um fünf µg/m3, dann auch das Risiko eines Koronarereignisses um 13 Prozent.

Die Ursache: Zahl und Funktionen endothelialer Progenitorzellen werden gestört, ein atherosklerotischer Umbau beginnt. Zudem steigt mit jeder Zunahme feiner Partikel um 2,4 µg/m3 der systolische Blutdruck um 1,7 mmHg, der diastolische um 0,8.

Schlaganfall: Nach einer US-Studie nimmt bei Anstieg von PM2,5 um zehn µg/m3 das Risiko um 17 Prozent zu.

Atemwege: Bei Kindern, die an dicht befahrenen Straßen aufwachsen, ist die Lungenkapazität um etwa zehn Prozent reduziert, die Asthmagefahr in den ersten vier Lebensjahren um 30 Prozent erhöht.

Diabetes: Pro zusätzlichen 10,6 µg/m3 Gehalt an NO2 steigt die Häufigkeit der Insulinresistenz bei Kindern um 17 Prozent. Durch PM10-Feinstaub steigt sie um 19 Prozent pro sechs µg/m3. Insulinresistenz erhöht die Diabetesgefahr im Erwachsenenalter.

Lungenkrebs: Eine erhöhte PM10-Konzentration erhöht das Risiko um 22 Prozent, und zwar ebenfalls schon unterhalb der EU-Grenzwerte.

Demenz: Schon eine moderate Erhöhung von PM2,5 lässt das Gehirn um zwei zusätzliche Jahre altern.

Hautfalten: Eine Studie fand einen schlechteren Hautalterungsscore bei Frauen in verschmutzten Regionen. Je mehr Partikel in der Luft, um so mehr Pigmentflecken im Gesicht und um so tiefere Nasolabialfalten. (ars/dpa)

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