COVID-19-Prävention

Spahn für Corona-„Impfruck“ – und weitere Maskennutzung

Gesundheitsminister Jens Spahn will Kinder selbst über eine Corona-Impfung entscheiden lassen. Eine Aufhebung aller Beschränkungen für Geimpfte und Genesene wie zum Beispiel der Maskenpflicht stellt Spahn nicht in Aussicht.

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Maske in Innenräumen wird im Herbst und Winter Pflicht bleiben. Davon geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hier bei der Kabinettssitzung am Mittwoch, aus.

Maske in Innenräumen wird im Herbst und Winter Pflicht bleiben. Davon geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hier bei der Kabinettssitzung am Mittwoch, aus.

© Michele Tantussi/dpa/Reuters/Pool

Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Wiederbelebung der Impfkampagne angemahnt. „Es muss ein Impfruck durch Deutschland gehen“, sagte er im „ARD-Morgenmagazin“. Offenbar dächten viele Erwachsene, bei sinkenden Inzidenzen bestände kein Grund zur Impfung mehr. Auch die Zweitimpfung sei weiterhin wichtig.

In den vergangenen Tagen hatten die niedergelassenen Ärzte und die Betreiber der Impfzentren über zahlreiche nicht abgesagte Impftermine geklagt. Demnach werden auch Termine für Zweitimpfungen nicht abgesagt. Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes Mario Czaja bezifferte die ausfallenden Termine für die Hauptstadt auf zwischen fünf und zehn Prozent. Die Zahl der bundesweiten Impfungen sank am Montag auf unter 500.000 am Tag. Vor einer Woche hatten die Ärzte noch eine Million Dosen am Tag verimpft.

Kinder schon mit Angebot

Spahn äußerte sich auch zur Debatte um Corona-Impfungen für Kinder. „Was Kinder und Jugendliche angeht, machen wir das Angebot bereits“, sagte der Minister. Das Angebot gelte für Kinder ab 12 Jahren. Wer geimpft werden wolle, könne das tun. Voraussetzung sei die gemeinsame Entscheidung mit dem Sorgeberechtigten und dem Arzt. Etwa 500.000 Kinder und Jugendliche seien bereits geimpft.

Er sehe in diesen Altersgruppen ein hohes Maß an Reflektion über das Impfen. „Ich finde, wir sollten die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden lassen, sagte Spahn. Im Juli und August stehe ausreichend Impfstoff auch für das Impfen von Kindern und Jugendlichen bereit. Er persönlich sei dafür, dass sich möglichst viele impfen ließen.

Ende Mai hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Vakzine von Moderna, ebenfalls ein mRNA-Impfstoff, befindet sich in der Zulassungsphase. Erwartet wird der Spruch der EMA noch im Juli.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland gibt keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab, auch nicht für die ab 12 Jahren. Ausnahmen sind Kinder und Jugendliche mit einem besonderen gesundheitlichen Risiko. Kinderärzte mahnen zudem Zeit für die Analyse der vorliegenden Daten an.

Geimpfte und Genesene genössen bereits Vorteile aus ihrem Status, sagte Spahn. Schon mit der inzwischen ausgelaufenen Bundesnotbremse seien sie von Ausgangssperren und Quarantänepflichten befreit worden. Er wolle aber keine Versprechen abgeben, die nur schwer zu halten seien. „Die Maske im Innenraum wird es auch im Herbst und Winter noch weiter brauchen. Das ist sehr klar“, sagte der Minister. Das gelte auch für Abstand- und Hygieneregeln. (af)

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