Spermien

Spermien variieren ihre Schwimmtechnik

Bislang glaubte man, dass es schnelle und langsame Spermien gibt. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch: Spermien können zwischen verschiedenen Schwimmtechniken wechseln. Und Sieger wird, wer gut rotiert.

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Ein plakativer Look: Spermien in Bewegung.

Ein plakativer Look: Spermien in Bewegung.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag GmbH

ESSEN/SEATTLE. Mehrere Millionen Spermien schwimmen im weiblichen Körper los, aber weniger als hundert erreichen die Nähe der Eizelle.

Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach den Faktoren für diese Selektion. Bisher gingen sie davon aus, dass alle Spermien eine fast identische Schwimmtechnik haben, manche dabei nur langsamer sind.

Doch trifft diese Annahme in großen Teilen nicht zu, wie ein deutsch-amerikanisches Forscherteam herausgefunden hat: Danach bestimmen Spermien durch den Wechsel zwischen verschiedenen Schwimmtechniken die Richtung und das Anheften an andere Zellen, teilt das Universitätsklinikum Essen mit.

Spermien schwimmen auch in Gruppen

Die Forscher aus Essen und Seattle wiesen nach, dass Spermien sich für wenige Sekunden an andere Zellen anheften, sich danach wieder lösen und durch eine Rotation des Spermienkopfes in eine andere Richtung schwimmen. Wohin die Reise geht, wird durch Art und Geschwindigkeit der Rotation festgelegt.

Das gesamte Spermium kann aber auch als Teil der Spermienbewegung um seine Längsachse rotieren - damit wurde ein wichtiger Faktor des Schwimmverhaltens identifiziert (BMC Biology 2014, 12: 67).

Zudem beobachteten die Wissenschaftler, dass Spermien in der Lage sind, in Gruppen von zwei bis vier aneinandergelagerten Zellen zu schwimmen, was eine signifikante Zunahme der Geschwindigkeit zur Folge hat.

"Diese Ergebnisse werden dazu führen, dass die zweidimensionale, automatisierte Analyse von Spermienbewegungen - wie sie bisher üblich war - neu interpretiert werden und man versuchen muss, Faktoren, die die Anheftung und Rotation von Spermien beeinflussen, zu identifizieren", wird Studienleiter Professor Gunther Wennemuth in der Mitteilung zitiert. Weiter sei es möglich, Faktoren, die die Anheftung und Rotation von Spermien beeinflussen, zu identifizieren.

Je genauer die Befruchtung der Eizelle verstanden ist, desto besser könnten Störungen der Fruchtbarkeit behandelt werden. Auch die künstliche Befruchtung könne durch ein besseres Verständnis der Signalübertragung verbessert werden. (eb)

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