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Screening

Steigt ohne Mammografie das Sterberisiko?

Die Intensität des Mammografie-Screenings bei Frauen über 69 drosseln, aber die Früherkennung bei jüngeren Frauen verstärken - das schlagen US-Forscher vor. Sie haben Daten von Frauen analysiert, die an Brustkrebs gestorben sind.

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BOSTON. Ob durch das Mammografie-Screening die Mortalität gesenkt werden kann oder nicht, darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander. Die in Studien ermittelten Quoten für eine mögliche Risikoreduktion reichen von 0 bis 80 Prozent.

Für Aufsehen sorgte erst kürzlich eine britische Studie, die in den vergangenen 39 Jahren keinen positiven Effekt des Mammografie-Screenings auf die Brustkrebssterberate in England feststellen konnte. Erste Zahlen für Deutschland werden frühestens für 2019 erwartet.

US-Forscher um Matthew L. Webb haben den Einfluss des Mammografie-Screenings auf die krankheitsspezifische Mortalität untersucht (Cancer 2013, online 9. September).

Ausgang für ihre Studie war eine retrospektive Analyse: Diese hatte ergeben, dass auf Frauen, die nicht am regelmäßigen Screening teilnahmen, 72 Prozent der Brustkrebs-Todesfälle entfielen.

Für die aktuelle Studie wurden Daten von zwei Kliniken in Boston analysiert, dem Massachusetts General Hospital und dem Brigham and Women's Hospital. Die Daten stammten von Frauen, bei denen 1990 bis 1999 ein invasiver Brustkrebs diagnostiziert worden war. Ihr Schicksal wurde bis zum Jahr 2007 weiterverfolgt.

Ein krankheitsspezifischer Tod wurde angenommen, wenn Fernmetastasen festgestellt worden waren. Von den insgesamt 7301 Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom konnten nach Ausschluss von 436 Fällen mit zum Teil unvollständigen Daten 609 Sterbefälle sicher der Brustkrebserkrankung zugeordnet werden. 905 Patientinnen waren an einer anderen Krankheit gestorben.

Der Brustkrebs-Tod trifft meist jüngere Frauen

29 Prozent der Frauen, die durch Brustkrebs zu Tode gekommen waren, hatten sich einem Mammografie-Screening unterzogen, während 71 Prozent dieser Frauen nicht regelmäßig (5 Prozent) oder gar nicht (65 Prozent) daran teilgenommen hatten.

Insgesamt waren 118 Mammakarzinome im Screening entdeckt worden, sieben auf Anhieb und die restlichen 111 nach zwei Mammografien im Abstand von höchstens zwei Jahren.

34 Prozent der zum Tode führenden Brusttumoren waren Intervallkarzinome, mit hohem Anteil bei jüngeren Patientinnen. Jede zweite Frau mit Todesursache "Brustkrebs" war zum Zeitpunkt der Diagnose unter 50 Jahre alt, 69 Prozent unter 60 Jahre. Von den über 60-Jährigen mit Mammakarzinom starben hingegen die meisten (83 Prozent) an anderen Krankheiten.

Die Autoren schließen aus ihren Daten, dass die meisten Frauen, die an Brustkrebs sterben, nicht an Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen haben.

Angesichts der vergleichsweise hohen Zahl an Brustkrebs-Todesfällen in jungen Jahren fordern sie, mit dem allgemeinen Screening bereits vor dem 50. Geburtstag zu beginnen. Die Forscher halten nach wie vor die regelmäßige Teilnahme am Mammografie-Screening für die beste Methode, um den Brustkrebstod zu vermeiden. (St)

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