Strontium schützt rasch und lange vor Frakturen

Veröffentlicht:

WIESBADEN (hbr/ikr). Strontiumranelat schützt Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose rasch und dauerhaft vor Frakturen. Das belegen aktuelle Studiendaten.

Hochbetagte Frauen haben ein ganz besonders hohes Risiko für Stürze und Knochenbrüche.

Hochbetagte Frauen haben ein ganz besonders hohes Risiko für Stürze und Knochenbrüche.

© Foto: imago

In der TROPOS*-Studie mit mehr als 5000 Frauen war die Frakturrate mit Strontiumranelat (Protelos®) signifikant geringer als mit Placebo. Das Medikament gilt als ein Mittel der ersten Wahl zur Osteoporose-Therapie nach der Menopause. Es lasse eine rasche und dauerhafte Wirksamkeit über fünf Jahre erwarten, sagte Professor Hans-Peter Kruse von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf beim Internisten-Kongress.

Außerdem ist die Therapie mit Strontium nach Angaben des Orthopäden gut verträglich. Häufigste unerwünschte Wirkungen seien Diar-rhoe und Übelkeit. Beide treten aber vor allem zu Beginn der Therapie auf und lassen erfahrungsgemäß im Therapieverlauf nach. Das Arzneimittel hemmt den Knochenabbau und steigert gleichzeitig den Knochenaufbau. Der dabei neu gebildete Knochen werde normal mineralisiert, sagte Professor Dieter Felsenberg von der Charité in Berlin.

In der TROPOS-Studie erhielten insgesamt 5091 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose täglich zwei Gramm Strontiumranelat oder Placebo. Ermittelt wurden die Frakturraten über eine Dauer von fünf Jahren. Mit dem Medikament war die Rate der Wirbelkörperbrüche im Vergleich zur Placebogruppe um 24 Prozent geringer. Nicht-vertebrale Frakturen traten um 15 Prozent seltener auf und Hüftfrakturen sogar um 43 Prozent seltener, wie Kruse bei einer vom Unternehmen Servier unterstützten Veranstaltung berichtete.

Hochbetagte Patientinnen über 80 Jahre haben ein besonders hohes Risiko für Stürze und Knochenfrakturen und haben außerdem häufig schon mehrere Brüche in der Anamnese. In dieser Altersgruppe war das Risiko für eine Wirbelkörperfraktur bei Behandlung mit Strontium signifikant um 31 Prozent geringer als mit Placebo. Um eine Fraktur zu verhindern, müssen demnach zwölf Patientinnen behandelt werden. Die Rate der nicht-vertebralen Knochenbrüche war bei den sehr alten Studienteilnehmerinnen nach fünf Jahren mit Strontiumranelat um 27 Prozent reduziert. Das Medikament wirkte sehr rasch. Der Unterschied zwischen Verum- und Placebogruppe bei der Frakturrate war bereits nach einem Jahr Therapie signifikant.

*TROPOS: Treatment of Peripheral Osteoporosis

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Retrospektive Untersuchung

Knie-CT liefert wohl auch Informationen zur Knochendichte

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen