Direkt zum Inhaltsbereich

Seltene Krankheiten

Thalassämie: Neue Therapiestudie startet

ATIR201™ versorgt bei Stammzelltransplantation die Patienten mit aktiven und ausgereiften Immunzellen. So soll die Zeit, bis sich das Immunsystem vollständig regeneriert hat, überbrückt, sollen Infektionen verhindert werden.

Veröffentlicht:

AMSTERDAM. Das Unternehmen Kiadis Pharma hat von der nationalen regulatorischen Behörde des Vereinigten Königreichs (MHRA, Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) sowie von den Ethikkommissionen beteiligter Kinderkliniken die Zulassung zum Start einer Phase-I/II-Studie mit ATIR201™ zur Therapie bei Thalassämie erhalten.

Thalassämie ist ja durch abnormalen Hämoglobinbildung, fehlerhaften Sauerstofftransport und Zerstörung der Erythrozyten charakterisiert. In der neuen Studie sollen Sicherheit und Anwendbarkeit von ATIR201™ bei Kindern und Erwachsenen mit beta-Thalassämie major, der schwersten Form der Erkrankung, erforscht werden, teilt der Hersteller mit.

Stammzelltransplantation als Option

Zurzeit gebe es ja kein zugelassenes Heilmittel für Patienten mit beta-Thalassämie major. Die Therapie sei rein symptomatisch und erfordere lebenslang Bluttransfusionen und die Einnahme von Eisenchelatbildnern mit zusätzlicher medikamentöser Unterstützung der Hämatopoese.

Eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation ("Hematopoietic Stem Cell Transplantation", HSCT) von einem gesunden, zu 50 Prozent passenden Spender aus dem Familienkreis könne eine Option zur Heilung der Krankheit sein. Nach einer HSCT dauere es jedoch mehrere Monate, bis Blutzellwerte und Immunzellenfunktionen wieder annähernd normal sind. Während dieser Zeit sind Patienten besonders anfällig für Infektionen.

Studie soll nach Deutschland ausgeweitet werden

ATIR201™, das als begleitendes Immuntherapeutikum ergänzend zu einer HSCT verabreicht wird, soll die Patienten mit aktiven und ausgereiften Immunzellen versorgen, die Infektionen bekämpfen können, ohne dabei eine akute "Graft-versus-Host-Reaktion" (GVHR) hervorzurufen, heißt es in der Mitteilung. Dadurch werde die Zeit überbrückt, bis sich das Immunsystem aus den Stammzellen des Transplantats vollständig regeneriert hat.

Die neue Studie wird im Vereinigten Königreich beginnen. Darüber hinaus plant das Unternehmen unter der Voraussetzung der behördlichen Genehmigung, die Studie nach Deutschland auszuweiten. Insgesamt sollen bis zu zehn beta-Thalassämie major-Patienten in die Studie aufgenommen werden.

Kiadis Pharma erwartet erste Ergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit für das zweite Halbjahr 2017. (mal)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Randomisierte placebokontrollierte Studie

Schützt Vitamin-K-Supplementierung vor Koronarverkalkung?

QUADRO-Daten

Behandlungsresistente Hypertonie: Vier-in-Eins-Kapsel schlägt Dreier-Einzelkombi

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Arzthelferin impft Frau

© Glamourpixel / Stock.adobe.com

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Frau trägt eine  Lumbalorthese bei der Gartenarbeit.

© Gunars / Stock.adobe.com

Randomisierte Studie

Rückenschmerzen: Lumbalorthese wohl „nützliche Zusatzoption“

Eine Frau mit segmentalen Vitiligo-Flecken auf dem Rücken.

© llhedgehogll / stock.adobe.com

Leitlinien-Upgrade

Vitiligo: Tipps für ein optimales Therapiemanagement