Stoffwechsel

Übergewicht beeinflusst die Darmflora

Veröffentlicht:

NEUHERBERG. Bei einer Zunahme des Körpergewichts verändern sich sowohl die Zusammensetzung der Darmkeime als auch die Muster tausender Stoffwechselprodukte.

Zudem scheint eine Diabeteserkrankung bestimmte Stoffwechselwege - wie den Schwefelmetabolismus - zu beeinflussen. Dies haben Wissenschaftler aus München und Wien anhand von metabolomischer Analysen untersucht (ISME Journal 2014, online 6. Juni; Journal of Proteome Research 2014, online 3. Juli).

Die Wissenschaftler verglichen mittels ultrahochauflösender Massenspektrometrie die Stoffwechselprofile sowie die Diversität und Zusammensetzung der Darmkeime von gesunden und übergewichtigen Mäusen.

Dabei konnten sie zeigen, dass Übergewicht die Stoffwechselleistung unmittelbar beeinflusst, heißt es in einer Mitteilung des Helmholtz Zentrums München.

In einer weiteren Studie haben die Forscher herausgefunden, dass der Stoffwechsel in einem diabetischen Tiermodell insbesondere durch neuartige schwefelhaltige Metabolite charakterisiert ist. In beiden Studien konnten sie verschiedene Stoffwechselprofile abbilden und sogar teils unbekannte Metaboliten identifizieren. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 16.08.201422:03 Uhr

Das "Übergewicht" macht gar nichts!

Es ist das permanente Überangebot an Kalorien, die aktuell NICHT benötigt werden.
Dass es nicht das absolute Gewicht ist, sieht man an der positiven Stoffwechselreaktion, wenn der Körper endlich einmal auf Kalorienmobilisation aus den eigenen "Speichern" umschalten kann, auch wenn das Gewicht noch hoch ist.

Auch tierexperimentell lässt sich zeigen, dass bei GLEICHEM Übergewicht, große Nahrungspausen mit einem Wechsel von zu viel Nahrung (Speicherung) und zu wenig Nahrung (Entleerung von Speichern) stoffwechselmäßig deutlich weniger negative Störungen eintreten.

Insofern Zustimmung zum Kommentar von Frau Wroblewski.
Neben den Kalorien ist selbstverständlich auch die Zusammensetzung wichtig.
Aber ohne ein Kaloriendefizit ist eine gesundes Abnehmen nicht möglich.
Das kann man nicht oft genug betonen.
Denn der "Reklame-mainstream" versucht sich immer wieder darum herum zu drücken,
mit allerlei Wunschvorstellungen über NOCH MEHR "Verbrennung",
was zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss im Gegenteil von der zu hohen Verbrennung der Übergewichtigen
auf eine niedrigere normale Verbrennung des Normalgewichtigen zurückfinden.

Dr. Wolfgang P. Bayerl 16.08.201422:01 Uhr

Das "Übergewicht" macht gar nichts!

Es ist das permanente Überangebot an Kalorien, die aktuell NICHT benötigt werden.
Dass es nicht das absolute Gewicht ist, sieht man an der positiven Stoffwechselreaktion, wenn der Körper endlich einmal auf Kalorienmobilisation aus den eigenen "Speichern" umschalten kann, auch wenn das Gewicht noch hoch ist.

Auch tierexperimentell lässt sich zeigen, dass bei GLEICHEM Übergewicht, große Nahrungspausen mit einem Wechsel von zu viel Nahrung (Speicherung) und zu wenig Nahrung (Entleerung von Speichern) stoffwechselmäßig deutlich weniger negative Störungen eintreten.

Insofern Zustimmung zum Kommentar von Frau Wroblewski.
Neben den Kalorien ist selbstverständlich auch die Zusammensetzung wichtig.
Aber ohne ein Kaloriendefizit ist eine gesundes Abnehmen nicht möglich.
Das kann man nicht oft genug betonen.
Denn der "Reklame-mainstream" versucht sich immer wieder darum herum zu drücken,
mit allerlei Wunschvorstellungen über NOCH MEHR "Verbrennung",
was zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss im Gegenteil von der zu hohen Verbrennung der Übergewichtigen
auf eine niedrigere normale Verbrennung des Normalgewichtigen zurückfinden.

Doris Wroblewski 21.07.201415:37 Uhr

Was ist Ursache - was ist Wirkung?

"Dabei konnten sie zeigen, dass Übergewicht die Stoffwechselleistung unmittelbar beeinflusst".
Was hat sich zuerst verändert? Das Gewicht oder die Stoffwechsellage? ? Entstehen die schwefelhaltigen Metabolite durch eine entsprechende Nahrungszufuhr und verändert sich dadurch die Darmflora?
An der Veränderung der Darmflora und der offensichtlichen Einwirkung auf unsere Stoffwechsellage, die zu Adipositas und/oder Diabetes führen können, wird in vielen Bereichen geforscht. Darüber sprach auch Professor Tilg aus Innsbruck beim Internistenkongress 2014 in Wiesbaden. Aber was verändert die Darmflora? Sind es die Methanobrevibacter smithii, zitiert bei René Gräber aus einer amerikanischen Studie von Samual Buck? Oder mehr die Firmicuten, an denen beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung intensiv gearbeitet wird? Oder vielleicht ganz andere Darmbakterien?
Müssten wir uns nicht auch fragen, wann und warum eine Veränderung stattgefunden hat? Weil nicht ausreichend gestillt wurde? Weil bestimmte Nahrungsmittel gegessen – oder weggelassen werden? Weil bestimmte Medikamente, vor allem Antibiotika, Menschen und Tieren unnötig verschrieben und so zur Veränderung der gesunden Darmflora beigetragen haben? Weil unser „Darmhirn“ zu wenig Beachtung findet?

Vor rund 30 Jahren habe ich mich intensiv mit dem Problem Übergewicht befasst und Kurse zum Abnehmen im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegeben. Daraus entstand 1987 mein Buch „Alternatives Abnehmen – aber mit Vernunft“. Damals wie heute bin ich der festen Überzeugung, dass es wesentlich von der Nahrungsaufnahme abhängt, ob wir übergewichtig werden oder nicht. Die Frage bleibt aber, inwieweit die „richtige“ oder „falsche“ oder eine individuelle Ernährung unsere Darmflora beeinträchtigt. Der Schwerpunkt Darmgesundheit hat auch meine weitere Arbeit geprägt, siehe www.azidosetherapie.com. Ohne eine gründliche Darmsanierung, was immer das heißt und wie immer sie aussehen mag, sind Gesundheit und Normalgewicht nicht machbar. Übergewicht ist sicher nicht allein mit einer Reduzierung der Gesamtkalorienzufuhr um 500kcal/Tag, wie es die neue S3-Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, in den Griff zu bekommen, ohne auf eine sinnvolle Zusammensetzung der Ernährung und ihre Wirkung auf unseren Darm zu achten.

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Person mit weißer Pille in der rechten Hand und Glas Wasser in der linken Hand

© fizkes - stock.adobe.com

Acetylsalicylsäure in der Onkologie

ASS schützt Senioren langfristig wohl nicht vor Krebs