Stoffwechsel

Übergewicht beeinflusst die Darmflora

Veröffentlicht: 21.07.2014, 14:21 Uhr

NEUHERBERG. Bei einer Zunahme des Körpergewichts verändern sich sowohl die Zusammensetzung der Darmkeime als auch die Muster tausender Stoffwechselprodukte.

Zudem scheint eine Diabeteserkrankung bestimmte Stoffwechselwege - wie den Schwefelmetabolismus - zu beeinflussen. Dies haben Wissenschaftler aus München und Wien anhand von metabolomischer Analysen untersucht (ISME Journal 2014, online 6. Juni; Journal of Proteome Research 2014, online 3. Juli).

Die Wissenschaftler verglichen mittels ultrahochauflösender Massenspektrometrie die Stoffwechselprofile sowie die Diversität und Zusammensetzung der Darmkeime von gesunden und übergewichtigen Mäusen.

Dabei konnten sie zeigen, dass Übergewicht die Stoffwechselleistung unmittelbar beeinflusst, heißt es in einer Mitteilung des Helmholtz Zentrums München.

In einer weiteren Studie haben die Forscher herausgefunden, dass der Stoffwechsel in einem diabetischen Tiermodell insbesondere durch neuartige schwefelhaltige Metabolite charakterisiert ist. In beiden Studien konnten sie verschiedene Stoffwechselprofile abbilden und sogar teils unbekannte Metaboliten identifizieren. (eb)

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Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl

Das "Übergewicht" macht gar nichts!

Es ist das permanente Überangebot an Kalorien, die aktuell NICHT benötigt werden.
Dass es nicht das absolute Gewicht ist, sieht man an der positiven Stoffwechselreaktion, wenn der Körper endlich einmal auf Kalorienmobilisation aus den eigenen "Speichern" umschalten kann, auch wenn das Gewicht noch hoch ist.

Auch tierexperimentell lässt sich zeigen, dass bei GLEICHEM Übergewicht, große Nahrungspausen mit einem Wechsel von zu viel Nahrung (Speicherung) und zu wenig Nahrung (Entleerung von Speichern) stoffwechselmäßig deutlich weniger negative Störungen eintreten.

Insofern Zustimmung zum Kommentar von Frau Wroblewski.
Neben den Kalorien ist selbstverständlich auch die Zusammensetzung wichtig.
Aber ohne ein Kaloriendefizit ist eine gesundes Abnehmen nicht möglich.
Das kann man nicht oft genug betonen.
Denn der "Reklame-mainstream" versucht sich immer wieder darum herum zu drücken,
mit allerlei Wunschvorstellungen über NOCH MEHR "Verbrennung",
was zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss im Gegenteil von der zu hohen Verbrennung der Übergewichtigen
auf eine niedrigere normale Verbrennung des Normalgewichtigen zurückfinden.

Dr. Wolfgang P. Bayerl

Das "Übergewicht" macht gar nichts!

Es ist das permanente Überangebot an Kalorien, die aktuell NICHT benötigt werden.
Dass es nicht das absolute Gewicht ist, sieht man an der positiven Stoffwechselreaktion, wenn der Körper endlich einmal auf Kalorienmobilisation aus den eigenen "Speichern" umschalten kann, auch wenn das Gewicht noch hoch ist.

Auch tierexperimentell lässt sich zeigen, dass bei GLEICHEM Übergewicht, große Nahrungspausen mit einem Wechsel von zu viel Nahrung (Speicherung) und zu wenig Nahrung (Entleerung von Speichern) stoffwechselmäßig deutlich weniger negative Störungen eintreten.

Insofern Zustimmung zum Kommentar von Frau Wroblewski.
Neben den Kalorien ist selbstverständlich auch die Zusammensetzung wichtig.
Aber ohne ein Kaloriendefizit ist eine gesundes Abnehmen nicht möglich.
Das kann man nicht oft genug betonen.
Denn der "Reklame-mainstream" versucht sich immer wieder darum herum zu drücken,
mit allerlei Wunschvorstellungen über NOCH MEHR "Verbrennung",
was zum Scheitern verurteilt ist.

Man muss im Gegenteil von der zu hohen Verbrennung der Übergewichtigen
auf eine niedrigere normale Verbrennung des Normalgewichtigen zurückfinden.

Doris Wroblewski

Was ist Ursache - was ist Wirkung?

"Dabei konnten sie zeigen, dass Übergewicht die Stoffwechselleistung unmittelbar beeinflusst".
Was hat sich zuerst verändert? Das Gewicht oder die Stoffwechsellage? ? Entstehen die schwefelhaltigen Metabolite durch eine entsprechende Nahrungszufuhr und verändert sich dadurch die Darmflora?
An der Veränderung der Darmflora und der offensichtlichen Einwirkung auf unsere Stoffwechsellage, die zu Adipositas und/oder Diabetes führen können, wird in vielen Bereichen geforscht. Darüber sprach auch Professor Tilg aus Innsbruck beim Internistenkongress 2014 in Wiesbaden. Aber was verändert die Darmflora? Sind es die Methanobrevibacter smithii, zitiert bei René Gräber aus einer amerikanischen Studie von Samual Buck? Oder mehr die Firmicuten, an denen beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung intensiv gearbeitet wird? Oder vielleicht ganz andere Darmbakterien?
Müssten wir uns nicht auch fragen, wann und warum eine Veränderung stattgefunden hat? Weil nicht ausreichend gestillt wurde? Weil bestimmte Nahrungsmittel gegessen – oder weggelassen werden? Weil bestimmte Medikamente, vor allem Antibiotika, Menschen und Tieren unnötig verschrieben und so zur Veränderung der gesunden Darmflora beigetragen haben? Weil unser „Darmhirn“ zu wenig Beachtung findet?

Vor rund 30 Jahren habe ich mich intensiv mit dem Problem Übergewicht befasst und Kurse zum Abnehmen im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegeben. Daraus entstand 1987 mein Buch „Alternatives Abnehmen – aber mit Vernunft“. Damals wie heute bin ich der festen Überzeugung, dass es wesentlich von der Nahrungsaufnahme abhängt, ob wir übergewichtig werden oder nicht. Die Frage bleibt aber, inwieweit die „richtige“ oder „falsche“ oder eine individuelle Ernährung unsere Darmflora beeinträchtigt. Der Schwerpunkt Darmgesundheit hat auch meine weitere Arbeit geprägt, siehe www.azidosetherapie.com. Ohne eine gründliche Darmsanierung, was immer das heißt und wie immer sie aussehen mag, sind Gesundheit und Normalgewicht nicht machbar. Übergewicht ist sicher nicht allein mit einer Reduzierung der Gesamtkalorienzufuhr um 500kcal/Tag, wie es die neue S3-Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, in den Griff zu bekommen, ohne auf eine sinnvolle Zusammensetzung der Ernährung und ihre Wirkung auf unseren Darm zu achten.


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