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KOMMENTAR

Ungesunde Überanstrengung

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Noch immer gönnen sich die meisten Menschen nur einen Bruchteil der Bewegung, die ihnen eigentlich gut tun würde. Und nach Daten einer aktuellen Zehnjahresstudie nimmt der Anteil derjenigen Menschen, die ganz auf Sport verzichten, immer mehr zu.

Erfreulicherweise gibt es noch eine andere Entwicklung: Diejenigen Menschen, die bereits sportlich aktiv sind, bewegen sich immer mehr. Dieser Trend läßt sich auch an den stetig steigenden Teilnehmer-Zahlen bei Marathonläufen ablesen: Bei den beiden größten deutschen Marathons, dem Berlin-Marathon und dem Hamburg-Marathon, hat sich die Teilnehmer-Zahl in zehn Jahren jeweils verdoppelt.

Bei solchen Massenveranstaltungen ist die Gefahr aber groß, daß viele schlecht trainierte Amateur-Läufer von applaudierenden Zuschauern und professionellen Läufern mitgerissen werden und sich dabei weit mehr verausgaben, als ihnen gut tut. So ließen sich bei 40 Prozent der untersuchten Teilnehmer des Boston-Marathons nach dem Lauf deutlich erhöhte Werte von Markern für Herzschäden feststellen - und das waren genau diejenigen, die am wenigsten vor dem Lauf trainiert hatten.

Auch wenn sich das Herz ein paar Wochen nach dem Lauf wieder regeneriert hat - daß bei solchen Anstrengungen eine Gefahr fürs Herz besteht, sollte zumindest den Läufern zu denken geben, die gerade noch mit letzter Kraft ins Ziel humpeln. Denn auch beim Sport kommt es auf die richtige Dosis an.

Lesen Sie dazu auch: Schlecht trainiert zum Marathon - das tut dem Herzen nicht gut

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