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Präzisionsonkologie

Uniklinik Freiburg und Roche haben gemeinsamen Datenraum im Visier

Das Uniklinikum Freiburg entwickelt mit Roche und Real World Data smarte Molekulare Tumorboards und Testalgorithmen.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

Freiburg/Grenzach-Whylen. Molekulargenetische Tests und die Diskussion der Ergebnisse in Molekularen Tumorboards (MTB) sind Eckpfeiler der personalisierten Krebsmedizin – und zugleich ein Flaschenhals, wenn es darum geht, innovative Diagnostik und Therapien möglichst vielen Krebspatienten zugänglich zu machen.

Das Universitätsklinikum Freiburg und Roche haben deshalb eine Kooperation gestartet, in der laut gemeinsamer Mitteilung anonymisierte Daten aus dem Behandlungsalltag genutzt werden sollen, um diese Hürden im Versorgungspfad zu beseitigen und wissenschaftlich relevante Fragestellungen zu beantworten.

Gemeinsamer Datenraum

Dazu werde unter Wahrung höchster Datensicherheitsstandards ein gemeinsamer Datenraum geschaffen. Am Uniklinikum selbst würden dazu räumliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und eine gemeinsam nutzbare Infrastruktur eingerichtet.

Die Gewebemenge einer Nadelbiopsie oder sogar eine Blutprobe könnten bereits ausreichen: Mit Hilfe molekulargenetischer Diagnostik, Next Generation Sequencing (NGS), ließen sich heute bereits mehrere hundert krebsrelevante Gene auf prognostisch oder therapeutisch bedeutsame Veränderungen untersuchen.

Das wachsende Arsenal zielgerichteter Wirkstoffe erlaube es damit, immer mehr Patienten eine Therapie anzubieten, die sich individuell gegen die molekularen Treiber ihrer Krebserkrankung richte. Insbesondere in späten Krankheitsstadien ließen sich so, nach Ausschöpfung leitliniengerechter Therapieoptionen, teils neue Behandlungsmöglichkeiten identifizieren, heißt es.

Kompetenzen nötig

Noch profitiere davon aber nur eine Minderheit der Krebspatienten, denn der Zugang, die Durchführung und die Interpretation der Ergebnisse seien nicht trivial und erforderten Kompetenzen, die oftmals nur von Spitzenzentren wie dem Universitätsklinikum Freiburg vorgehalten werden könnten. Das Uniklinikum Freiburg wolle nun mit Roche einen gemeinsamen Datenraum schaffen und Algorithmen entwickeln. Am Klinikum selbst solle dazu im Rahmen der Kooperation die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um auch physisch zusammenarbeiten zu können. Im ersten Schritt würden nun ein geeigneter Datensatz identifiziert und ein Datenschutzkonzept erarbeitet. (maw)

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