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Varizellen-Schutz könnte Zoster stark eindämmen

TAMPERE (grue). In Deutschland ist die Windpocken-Impfung kein Standard. Die Aufnahme in den Impfkalender von Kindern könnte aber dazu beitragen, die Komplikationsrate nach Infektion mit Varicella-Zoster-Viren zu senken.

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, ungeimpfte Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren zu impfen, wenn sie noch keine Windpocken gehabt haben. Eine Grundimmunisierung von Kleinkindern ist nicht vorgesehen. Sie würde aber die Ausbreitung der Windpocken eindämmen und Komplikationen und Todesfälle verhindern.

Auf einer Tagung zu Infektionskrankheiten bei Kindern in Tampere in Finnland wurde dazu eine Modellrechnung vorgestellt: Würden 90 Prozent der Kleinkinder gegen Varizellen geimpft, ließen sich in Deutschland 93 Prozent der Windpocken-Erkrankungen und der damit verbundenen Komplikationen vermeiden. Würden zusätzlich im ersten Jahr alle seronegativen älteren Kinder und Jugendlichen geimpft, sänke die in den nächsten 50 Jahren zu erwartende Rate an Spätkomplikationen nach Varizella-Zoster-Infektion um mehr als die Hälfte. Eine Routine-Impfung gegen Windpocken wäre aber selbst dann noch kosteneffektiv und ethisch geboten, wenn nur eine minimale Impfrate von 45 Prozent erreicht würde, so das Ergebnis der Studie.

Ähnliche Überlegungen haben italienische Gesundheitspolitiker dazu bewogen, in der Region Sizilien ein solches Impfprogramm aufzulegen: Dort werden alle Kinder im zweiten Lebensjahr mit dem Varizellen-Impfstoff Varivax® geimpft, der im Juli auch in Deutschland auf den Markt kommen soll. Zudem erhalten alle seronegativen Jugendlichen im Alter von zwölf Jahren den Impfschutz.

Wie Professor Ignazio Barberi aus Messina auf einer Veranstaltung des Unternehmens Aventis Pasteur MSD in Tampere berichtete, wird der Impfstoff kostenlos angeboten. "Die Impfraten für die Masern-Mumps- Röteln-Impfung liegen in Sizilien bei über 85 Prozent, das sollte mit der Varizellen-Impfung auch zu erreichen sein", sagte Barberi.

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