Direkt zum Inhaltsbereich

Sterberisiko

Verlorene Lebenszeit durchs Fernsehen

Jede Stunde weniger, die man vor dem Fernseher oder Smartphone-Bildschirm verbringt, verringert das eigene Sterberisiko. Das zeigt das Ergebnis einer schottischen Studie.

Christina OttVon Christina Ott Veröffentlicht:
Eine Limitierung des Fernsehkonsums auf zwei Stunden pro Tag hätte im Studienzeitraum 8 Prozent der CVD-Todesfälle verhindern oder zumindest hinauszögern können, vermuten die Forscher.

Eine Limitierung des Fernsehkonsums auf zwei Stunden pro Tag hätte im Studienzeitraum 8 Prozent der CVD-Todesfälle verhindern oder zumindest hinauszögern können, vermuten die Forscher.

© ghazii / stock.adobe.com

Glasgow. Wenn schon Fernsehgucken, dann bitte nicht mehr als zwei Stunden pro Tag – so lautet die Quintessenz einer Studie der Universität Glasgow.

Für die Untersuchung wurden nahezu eine halbe Million Studienteilnehmer im Alter von 37 bis 73 Jahren hinsichtlich ihres Fernsehkonsums über einen Zeitraum von zwölf Jahren befragt (von 2006 bis 2018) (Mayo Clinic Proceedings, eprint online 23. Juli).

Die Forscher berücksichtigten bei ihrer Untersuchung nicht nur die Zeit vor dem konventionellen Fernseher, sondern auch die Zeit, die mit Bewegtbildern auf dem Smartphone verbracht wurde.

Nahezu eine halbe Million Studienteilnehmer

Als primären Endpunkt bestimmten Dr. Hamish Foster und Kollegen die Mortalität aufgrund jeglicher Ursache, kardiovaskulärer Erkrankung (CVD) und Krebs. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem die Anzahl an Myokardinfarkten und Schlaganfall.

Nach einem Follow-up von sieben Jahren (Mortalität) und 6,2 Jahren (Inzidenz) waren 10.306 der nahezu eine halbe Million Studienteilnehmer gestorben (2,7 Prozent), 24.388 hatten kardiovaskuläre Erkrankungen entwickelt (5,3 Prozent) und 39.121 (8,7 Prozent) waren an Krebs erkrankt.

Weniger CVD-Todesfälle

Zwischen Fernsehkonsum und kardiovaskulär bedingtem Tod sowie Tod jeglicher Art stellten die Wissenschaftler eine Assoziation fest: Am geringsten war das Sterberisiko bei einem Fernsehkonsum von weniger als zwei Stunden am Tag.

Daraus errechneten die Forscher eine theoretische, dem Fernsehkonsum geschuldete CVD-Mortalität von 8,64 Prozent. Eine Limitierung des Fernsehkonsums auf zwei Stunden pro Tag hätte 7,97 Prozent der CVD-Todesfälle verhindern oder zumindest hinauszögern können, so die Berechnungen der Forscher.

Für ausgeprägte Couch- und TV-Liebhaber empfehlen sie in der durch den Verzicht auf den Fernsehkonsum frei werdenden Zeit zu Schlafen, sowie moderate bis intensive körperliche Aktivität.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Geeignete Daten fehlten

GBA: Kein Zusatznutzen für Finerenon

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Lesetipps
Eine Frau sitzt am Tisch und misst ihren Blutzucker am linken Zeigefinger.

© Felippe Lopes / Generated with AI / Stock.adobe.com

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst