Direkt zum Inhaltsbereich

Heuschnupfen

Verquollene Augen stören am meisten

Es ist gar nicht so sehr das Geniese und Geschniefe, was Allergikern zu schaffen macht. Am lästigsten sind die verquollenen Augen - aber dagegen wird kaum etwas unternommen.

Veröffentlicht:

MONTPELLIER. Französische Forscher haben 980 Patienten, die wegen ihrer allergischen Rhinitis eine Allgemeinarztpraxis aufgesucht hatten, nach ihren Beschwerden und deren Einfluss auf die Lebensqualität befragt (Int Arch Allergy Immunol 2013; 160: 393-400).

Folgende Symptome wurden mit ihrem Schweregrad erfasst: Niesen, eine laufende, juckende oder verstopfte Nase, Augensymptome und juckende Ohren.

Wer sich woran störte, wurde mithilfe eines speziell für Patienten mit Rhinokonjunktivitis entwickelten Fragebogens abgefragt, dem RQLQ (Rhinoconjunctivitis Quality of Life Questionnaire).

Niesen hat keinen Einfluss auf Lebensqualität

Bindehautentzündung und geschwollene Lider waren eindeutig am lästigsten. Wer deswegen buchstäblich kaum mehr aus den Augen schauen konnte, fühlte sich dreimal mehr in der Lebensqualität beeinträchtigt als Patienten ohne Augensymptome.

Was als unangenehm empfunden wurde, war auch die körperliche Schlappheit. Eine verstopfte Nase hatte dagegen überraschend wenig Einfluss auf die Lebensqualität, die laufende Nase und das Niesen gar keinen.

Von allen Symptomen war die Rhinorrhö am häufigsten (89 Prozent), gefolgt von Niesen und verstopfter Nase (jeweils 82 Prozent), nasalem Juckreiz und Augensymptomen (jeweils 68 Prozent).

Über 60 Prozent der Patienten litten unter mäßigen bis schweren Symptomen. Dabei erhielten mehr als 70 Prozent antiallergische Medikamente.

Mehr als die Hälfte aller Patienten hatte ein Antihistaminikum verschrieben bekommen, ein gutes Drittel Kortison. Ersteres wurde überwiegend oral, Letzteres überwiegend in die Nase verabreicht.

Ein knappes Fünftel nahm abschwellende Mittel, vor allem Nasentropfen. Augentropfen mit einem Antihistaminikum hatten nur 15 Prozent der Patienten erhalten. Das Schlusslicht bildete Cromoglycinsäure (zum Großteil als Augenpräparat) mit drei Prozent.

Therapie offenbar ohne Auswirkungen

Was die französischen Forscher besonders erstaunte: Die Therapie hatte offenbar kaum Auswirkungen auf die Schwere der Symptome und das Wohlbefinden der Patienten; das zeigte ein Test mit einer visuellen Analogskala (VAS).

Unbehandelte Patienten gaben auf der von 0 mm (gar nicht störend) bis 100 mm (unerträglich) reichenden Skala eine Symptomstärke von rund 61 an, behandelte Patienten ebenso.

Die systemische Therapie mit Antihistaminika, so die HNO-Experten um Professor Philippe Jean Bousquet von der Universitätsklinik in Montpellier, führt vor allem dazu, dass sich die nasalen Symptome bessern; an den Augen ist der Erfolg dagegen oft bescheiden.

Generell gebe es bei der Therapie von Augensymptomen "erheblichen Nachholbedarf", resümieren die Autoren. Das gelte für den gesamten Komplex der schweren chronischen Erkrankungen der oberen Atemwege. (eo)

Mehr zum Thema

Fehlerhaftes Immunsystem

So unterscheiden sich primäre und sekundäre Immundefekte

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Galenus-Kandidat 2026

Erste orale Akuttherapie beim hereditären Angioödem

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxisinventar

So lassen sich Praxen ihre Therapieliege fördern

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen

Lesetipps
Die erwachsene Tochter zeigt ihrer älteren Mutter, wie man Healthtech-Geräte wie eine Smartwatch mit mobiler App nutzt, um zu Hause Gesundheit, Herzfrequenz und Blutdruck zu überwachen.

© CandyRetriever / stock.adobe.com

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?