Keime beim Baden

Vibrionen in der Ostsee: Darauf ist zu achten

Vibrionen vermehren sich, wenn sich Gewässer auf etwa 20 Grad erwärmen. Dann sollten ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder offenen Wunden am besten nicht ins Wasser gehen. In der Ostsee hat es nun die erste Infektion in diesem Jahr gegeben.

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Vibrionen sind Bakterien, die mäßig bis stark salzbedürftig sind (hier zu sehen: Vibrio cholerae).

Vibrionen sind Bakterien, die mäßig bis stark salzbedürftig sind (hier zu sehen: Vibrio cholerae).

© CAVALLINI JAMES / BSIP / picture alliance

Rostock. Viele Ostseebäder machen derzeit mit Aushängen auf die Gefahr durch Vibrionen aufmerksam. Die Bakterien kommen natürlicherweise im Ostseewasser vor und vermehren sich ab Wassertemperaturen von etwa 20 Grad. Sie verursachen in sehr seltenen Fällen teilweise schwere Infektionen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) von Mecklenburg-Vorpommern mitteilt.

Nach dem nun veröffentlichten Vibrionen-Bericht aus der vergangenen Woche hat sich zum ersten Mal in diesem Jahr ein 80-jähriger Mann aus dem Bundesland nachweislich eine Infektion mit den Bakterien zugezogen. Wie das Lagus berichtete, sei in diesem Fall das hohe Alter als Risikofaktor zu betrachten. Weitere Details wurde nicht mitgeteilt.

Gefährdet sind den Angaben zufolge Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Schwäche des Immunsystems sowie höheren Alters. „Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben“, heißt es in dem Bericht.

Neun Todesfälle seit 2003

In der Badesaison 2020 seien in Mecklenburg-Vorpommern acht Infektionen gemeldet worden, Sterbefälle habe es nicht gegeben. Seit 2003 seien es insgesamt 69 Infektionen gewesen, an denen neun Menschen – alle mit relevanten Vorerkrankungen – gestorben seien.

Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa starker lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika. (eb)

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