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Viele Syphilis-Kranke sind HIV-infiziert

WIEN (nsi). Wird bei einem Patienten eine Syphilis diagnostiziert, sollte diesem auch ein HIV-Test angeboten werden. Denn: Bei jedem zehnten Syphilis-Kranken wird durch einen nachfolgenden Test auf HIV eine Infektion mit dem Aids-Erreger neu nachgewiesen. Das hat die Auswertung eines bundesweiten Sentinel-Projekts für sexuell übertragbare Krankheiten (STD) ergeben, das am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin koordiniert wird.

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Dr. Osamah Hamouda von der Abteilung Epidemiologie von Infektionskrankheiten beim RKI hat die Daten des Projektes jetzt beim deutsch-österreichischen Aids-Kongreß in Wien vorgestellt. Beim STD-Sentinel-Sytem arbeiten 233 Praxen, Infektionsambulanzen und Gesundheitsämter zusammen, die insgesamt 177 303 Patienten betreuen.

Zwischen Dezember 2002 und 2004 wurden bei ihnen 3956 Geschlechtskrankheiten diagnostiziert. Die Patienten wurden anonym über ihr Sexualverhalten und mögliche Übertragungswege befragt. Die Hälfte der Patienten war männlich, und unter den Männern hatten 60 Prozent Sex mit Männern (MSM).

Knapp jede vierte STD war eine Chlamydieninfektion, etwa jede sechste eine Syphilis. Bei jeder siebten STD handelte es sich um eine Gonorrhoe und bei jeder achten um einen HIV-Infekt. Zwölf Prozent der Untersuchten hatten mehr als eine STD. Unter den 277 Syphilis-Patienten fand sich bei 30 zusätzlich eine HIV-Infektion.

Alle bis auf eine der Syphilis-HIV-koinfizierten Personen waren männlich, und 82 Prozent dieser Männer hatten Sex mit männlichen Partnern. Von ihnen gaben 43 Prozent an, einen festen Partner zu haben.

Mit einem festen Partner benutzten 14 Prozent dieser Untergruppe Kondome, mit wechselnden Partnern wurden zu 17 Prozent Kondome verwendet. Syphilis-Patienten hatten ein doppelt so hohes Risiko wie Personen mit anderen Geschlechtskrankheiten, HIV-positiv zu sein.

Deshalb sollten Ärzte routinemäßig einige Wochen nach der Diagnose einer Syphilis ihren Patienten einen HIV-Test anbieten, so das Fazit von Hamouda.

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