Reisemedizin

Vor Tauchurlaub steht die Tauglichkeitsuntersuchung

Bevor man sich zum Tauchurlaub aufmacht, ist auch eine Ganzkörper-Untersuchung unerlässlich.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht: 27.06.2011, 13:43 Uhr

In Deutschland gibt es 1,6 bis 2 Millionen Sporttaucher, die vor allem im Urlaub ihr Hobby ausüben. Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) empfiehlt Sporttauchern und denen, die es werden wollen, sich regelmäßig Tauchsport-Tauglichkeitsuntersuchungen zu unterziehen.

Denn die physikalischen Umgebungsbedingungen unter Wasser einerseits und eventuelle Vorerkrankungen andererseits bergen gesundheitliche Risiken. Eine Analyse tödlicher Tauchunfälle ergab, dass in bis zu 50 Prozent der Fälle zuvor bestehende Gesundheitsprobleme Haupt- oder Mitursache des Unfalls waren.

Zu dem von der GTÜM geforderten Untersuchungsumfang gehören eine allgemeine, eine taucherische sowie eine Medikamenten-Anamnese. Des weiteren muss eine Ganzkörper-Untersuchung, einschließlich einer orientierenden neurologischen Untersuchung, sowie eine Otoskopie mit Durchführung eines Druckausgleichmanövers stattfinden.

Weiterhin ist ein Lungenfunktionstest sowie ein Ruhe-EKG - ab einem Alter von 40 Jahren ein Belastungs-EKG - obligatorisch.

Taucher ab 40 Jahren sollten sich jährlich untersuchen lassen

Finden sich Auffälligkeiten in der Anamnese oder bei den Befunden, sollte individuell eine weitere fachärztliche Abklärung in die Wege geleitet werden. Abschließend wird der Proband über die Untersuchungsergebnisse informiert, gegebenenfalls über Besonderheiten bezüglich seines Tauchverhaltens beraten und die Tauchtauglichkeitsbescheinigung ausgestellt.

Bei gesunden, erwachsenen Tauchern bis zum 40. Lebensjahr empfiehlt die GTÜM ein dreijähriges Untersuchungsintervall. Kinder, Jugendliche und Personen ab 40 Jahren sollten einmal jährlich eine Tauchsport-Tauglichkeitsuntersuchung durchführen lassen.

Für Ärztinnen und Ärzte, die Tauchsportler untersuchen, ist das Buch "Checkliste Tauchtauglichkeit" (Gentner-Verlag), das die Untersuchungsstandards und Empfehlungen der GTÜM e.V. beinhaltet, zu empfehlen.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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