Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Vorsorge-Koloskopie nützt vor allem bei Männern

Veröffentlicht:

HERNE (ars). Eine Praxisstudie belegt erneut den Nutzen der Vorsorge-Koloskopie. Patienten, bei denen dabei ein Tumor gefunden wird, haben eine wesentlich bessere Prognose, als Patienten, die erst bei begründetem Verdacht zur Darmspiegelung kommen. Als besonders wichtig erwies sich die Untersuchung für Männer, denn sie hatten ein fast doppelt so hohes Karzinomrisiko wie Frauen.

Für die Untersuchung wurden die Patienten einer gastroenterologischen Schwerpunktpraxis vorsorglich per Koloskopie untersucht.

Für die Untersuchung wurden die Patienten einer gastroenterologischen Schwerpunktpraxis vorsorglich per Koloskopie untersucht.

© Foto: Klaro

5066 Patienten im Durchschnittsalter von 64,5 Jahren wurden in einer gastroenterologischen Schwerpunktpraxis rein präventiv untersucht, also, ohne dass Hinweise auf Darmkrebs vorlagen. Bei zehn Prozent dieser Vorsorge-Patienten fanden die Kollegen um Dr. Dietrich Hüppe aus Herne ein oder mehrere Polypen und entfernten sie ambulant. Bei einem Drittel entdeckten sie Polypensprossen mit einem Durchmesser unter 0,5 mm.

Bei 46 Patienten - 27 Männern und 19 Frauen - lagen bereits Karzinome vor, die meisten davon (80 Prozent) im Frühstadium. Bei 16 der Karzinompatienten erfolgte eine Polypektomie oder Mukosektomie, bei 30 eine Operation. Im Verlauf der vier Jahre starben zwei Patienten, allerdings nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Darmkrebs, sondern an Herzversagen und T-Zell-Lymphom.

Als Vergleich diente eine Gruppe von 4099 Patienten mit Beschwerden, die eine Indikations-Koloskopie ratsam erscheinen ließen: Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder Anämie. Ihr Durchschnittsalter betrug 67 Jahre. In dieser Kohorte entdeckten die Gastroenterologen bei knapp 2000 Patienten Polypen oder Polypensprossen sowie bei 100 Patienten - 56 Männern und 44 Frauen - manifeste Karzinome, davon nur 40 Prozent im Frühstadium.

Als Therapie war nur bei 12 Patienten eine Polypektomie oder Mukosektomie ausreichend. Bei den übrigen waren Operation sowie Bestrahlung oder Chemotherapie erforderlich. Die Patienten wurden nach den Vorsorge- und Indikationskoloskopien vier Jahre lang nachuntersucht (Z Gastroenterol 45, 2008, 1).

Von den 100 Karzinompatienten starben im Verlauf von vier Jahren 20, davon zwei bei oder nach einer Tumoroperation, die übrigen an sonstigen Folgen der Darmkrebserkrankung.

Service-Paket für Ärzte

Dreierlei Art von Infomaterial gibt es auf hier zum Herunterladen für Fachkreise. Es richtet sich an allgemein Interessierte, Menschen ab 55 und jene mit familiär erhöhtem Risiko. Außerdem gibt es ein kostenloses Wartezimmer-Plakat. Bezug: Fax 0 61 02/50 64 41 48 oder E-Mail: Vertrieb@aerztezeitung.de. (ars)

Mehr zum Thema

Darmkrebs

Welche CED-Patienten sind besonders krebsgefährdet?

Encorafenib + Cetuximab bei BRAFV600E-mutiertem mCRC

G-BA-Urteil: „Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
Das könnte Sie auch interessieren
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Management tumorassoziierter VTE

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wo sich sonst der „Fliegende Kuhstall“ dreht, wird jetzt geimpft: Karls Erlebnisdorf in Rövershagen.

„ÄrzteTag“-Podcast

900 Dosen AstraZeneca an einem Tag? Ein Hausarzt sagt, wie‘s geht

Auf der Erde wird es heiß: Hitzewellen sind besonders problematisch, da an Tagen mit mehr als 30 Grad Celsius die Sterbequote um etwa zehn Prozent steigt.

Weckruf beim DGIM-Kongress

Umwelt- und Klimaschutz ist Gesundheitsschutz!