DKFZ und NCT

Wann mit der Darmkrebs-Früherkennung beginnen?

In Deutschland haben Versicherte mit 50 Jahren Anspruch auf Darmkrebsfrüherkennung. Mit familiärem Risiko sollte die Vorsorge aber früher beginnen.

Veröffentlicht: 13.04.2020, 11:19 Uhr

Heidelberg. Ab welchem Alter sollten Menschen zur Darmkrebsvorsorge gehen, die einen erkrankten Verwandten haben? Das haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg untersucht, teilt das NCT mit.

Für die Analyse werteten die Forscher Daten von knapp 13 Millionen nach 1931 geborenen Schweden und deren Eltern aus. Während des Studienzeitraums von 1958 bis 2015 seien insgesamt 173.796 Personen an Darmkrebs erkrankt. Die Durchschnittspopulation hatte dabei im Alter von 50 Jahren – also dem Alter, bei dem in Deutschland empfohlen wird, die Darmkrebsfrüherkennung zu beginnen – ein Risiko von 0,44 Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Darmkrebs zu erkranken (Gastroenterology 2020; online 3. April).

Darmkrebsrisiko: Drei bis 29 Jahre eher

Den Berechnungen der Forscher zufolge hatten Personen mit familiärer Vorbelastung dasselbe Darmkrebsrisiko drei bis 29 Jahre früher, abhängig von der Zahl, dem Verwandtschaftsgrad und dem Alter der betroffenen Verwandten bei der Diagnose.

So erreichten zum Beispiel Personen mit einem betroffenen Verwandten ersten Grades, bei dem vor dem Alter von 45 Jahren Darmkrebs diagnostiziert wurde, das entsprechende Risikoniveau für eine Erkrankung bereits 16 Jahre früher als nicht vorbelastete Gleichaltrige.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Forschungsergebnisse Ärzten in ihrer praktischen Arbeit mit familiär vorbelasteten Patienten zusätzliche Hinweise geben, um das Anfangsalter für die Darmkrebsfrüherkennung risikoangepasst festzulegen.

Darüber hinaus empfehlen die Studienautoren die Aufnahme der Ergebnisse der Analyse in die Leitlinien zur Darmkrebsfrüherkennung und die Anpassung der Krankenkassenleistungen für eine frühere Vorsorge bei Angehörigen von Darmkrebspatienten. (eb)

Mehr zum Thema

Prävention

Gastroenterologen raten zu Darmkrebsvorsorge

Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Was Abstandsregeln und Maskenschutz bewirken

COVID-19

Was Abstandsregeln und Maskenschutz bewirken

Corona-Massentests könnten zu höherem Beitragssatz führen

GKV-Spitzenverband warnt

Corona-Massentests könnten zu höherem Beitragssatz führen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden