Direkt zum Inhaltsbereich

DKFZ und NCT

Wann mit der Darmkrebs-Früherkennung beginnen?

In Deutschland haben Versicherte mit 50 Jahren Anspruch auf Darmkrebsfrüherkennung. Mit familiärem Risiko sollte die Vorsorge aber früher beginnen.

Veröffentlicht:

Heidelberg. Ab welchem Alter sollten Menschen zur Darmkrebsvorsorge gehen, die einen erkrankten Verwandten haben? Das haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg untersucht, teilt das NCT mit.

Für die Analyse werteten die Forscher Daten von knapp 13 Millionen nach 1931 geborenen Schweden und deren Eltern aus. Während des Studienzeitraums von 1958 bis 2015 seien insgesamt 173 .796 Personen an Darmkrebs erkrankt. Die Durchschnittspopulation hatte dabei im Alter von 50 Jahren – also dem Alter, bei dem in Deutschland empfohlen wird, die Darmkrebsfrüherkennung zu beginnen – ein Risiko von 0,44 Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Darmkrebs zu erkranken (Gastroenterology 2020; online 3. April).

Darmkrebsrisiko: Drei bis 29 Jahre eher

Den Berechnungen der Forscher zufolge hatten Personen mit familiärer Vorbelastung dasselbe Darmkrebsrisiko drei bis 29 Jahre früher, abhängig von der Zahl, dem Verwandtschaftsgrad und dem Alter der betroffenen Verwandten bei der Diagnose.

So erreichten zum Beispiel Personen mit einem betroffenen Verwandten ersten Grades, bei dem vor dem Alter von 45 Jahren Darmkrebs diagnostiziert wurde, das entsprechende Risikoniveau für eine Erkrankung bereits 16 Jahre früher als nicht vorbelastete Gleichaltrige.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Forschungsergebnisse Ärzten in ihrer praktischen Arbeit mit familiär vorbelasteten Patienten zusätzliche Hinweise geben, um das Anfangsalter für die Darmkrebsfrüherkennung risikoangepasst festzulegen.

Darüber hinaus empfehlen die Studienautoren die Aufnahme der Ergebnisse der Analyse in die Leitlinien zur Darmkrebsfrüherkennung und die Anpassung der Krankenkassenleistungen für eine frühere Vorsorge bei Angehörigen von Darmkrebspatienten. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Datenbankanalyse

Darmkrebs: Sechs Jahre ohne Rezidiv – dann ist man praktisch geheilt

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht