Ungewollt kinderlos

Was tun, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt?

Ist eine Schwangerschaft trotz intensiver Bemühungen nach einem Jahr nicht eingetreten, sollte eine Funktionsstörung der Schilddrüse oder ein polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS) abgeklärt werden, erinnert der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN)

Veröffentlicht:
Schwanger oder nicht? Erfüllt sich der Kinderwunsch über ein Jahr lang nicht, sollte mit der Ursachensuche beim Facharzt begonnen werden.

Schwanger oder nicht? Erfüllt sich der Kinderwunsch über ein Jahr lang nicht, sollte mit der Ursachensuche beim Facharzt begonnen werden.

© Getty Images/iStockphoto

STUTTGART. Schätzungen zufolge sind etwa 1,5 Millionen Frauen zwischen 30 und 50 Jahren in Deutschland ungewollt kinderlos. An einem PCOS mit oft ausbleibender Regelblutung, einem Überschuss an männlichen Hormonen und Zysten an den Eierstöcken leiden etwa vier bis zwölf Prozent der gebärfähigen Frauen in Deutschland. Und unter Frauen mit einer Schilddrüsen-Unterfunktion haben bis zu 60 Prozent ebenfalls eine unregelmäßige Monatsblutung. „Davon sind wiederum etwa dreizehn Prozent unfruchtbar“, erinnert BDN-Experte Professor Matthias Schmidt, Nuklearmediziner an der Universität Köln, in einer Mitteilung des BDN.

Grundsätzlich gilt: Ein niedriger TSH-Wert erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft. „Wir wissen, dass eine Schwangerschaft am besten bei einem TSH-Wert unter 2,5 Milli-Einheiten pro Liter eintritt“, ergänzt Privatdozentin Dr. Beate Quadbeck, Endokrinologin aus Düsseldorf. Dieser Wert sei ideal für alle Frauen mit Kinderwunsch. Sie rät vor allem Frauen mit familiärer Vorbelastung für eine Schilddrüsenentzündung zu einer Untersuchung der Schilddrüse.

Gleiches gelte für Frauen, die an einer Autoimmunerkrankung leiden – etwa Typ-1-Diabetes –, da diese zu Schilddrüsenproblemen wie Hashimoto-Thyreoiditis neigten. Und bei Frauen mit Kinderwunsch, die zwar bereits ein Kind haben, dann aber nicht mehr zum zweiten Mal schwanger werden, könnte eine Post-Partum-Thyreoiditis als Ursache vorliegen. Auch diese lasse sich gut mit einem TSH-Test klären.

„Liegen die TSH-Werte bei bestehendem Kinderwunsch zu hoch, helfen Levothyroxin-Tabletten, um den Erfolg für eine Schwangerschaft zu steigern“, erklärt Schmidt. Die genauen Zusammenhänge seien zwar noch nicht erforscht. Es werde jedoch angenommen, dass der TSH-Wert Einfluss auf die Nidation des Embryos in die Gebärmutter hat. So seien TSH-Rezeptoren in der Gebärmutterschleimhaut vorhanden, die meisten fanden sich in Untersuchungen in der Einnistungsphase. (run)

Mehr zum Thema

Für Schwangere und Kinder

Neue STIKO-Empfehlungen zur Gelbfieber-Auffrischimpfung

Risiko Schwangerschaft

Bei Schwangeren mit COVID-19 sind Komplikationen häufiger

Das könnte Sie auch interessieren
Was zur Prophylaxe wirklich nützt

© bymuratdeniz / Getty Images / iStock

Rezidivierende Harnwegsinfekte

Was zur Prophylaxe wirklich nützt

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Fast jede Frau macht die Erfahrung einer Blasenentzündung. Häufigster Erreger ist E. coli.

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

Prophylaxe von Harnwegsinfekten

Langzeit-Antibiose nicht mehr First Line

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Dermapharm AG
Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Experten-Workshop

Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Neues und Wissenswertes rund um das Thema Schilddrüse

© Nerthuz / iStock

Kleines Organ ganz groß

Neues und Wissenswertes rund um das Thema Schilddrüse

Kooperation | In Kooperation mit: Sanofi-Aventis
PD Dr. Joachim Feldkamp (links), Internist und Endokrinologe vom Klinikum Bielefeld-Mitte und Prof. Dr. Markus Luster (rechts), Nuklearmediziner vom Uniklinikum Gießen-Marburg

© [M] Feldkamp; Luster; Sanofi-Aventis

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Bei erhöhtem TSH-Wert nicht gleich die Diagnostik-Maschinerie starten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentare lesen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Krankenpfleger schiebt ein Krankenbett durch eine Station. Das Bundesgesundheitsministerium hat Pläne für Ermittlung und Festlegung des Pflegepersonalbedarfs in einem Krankenhaus vorgestellt.

© Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Update

Neuer Gesetzentwurf

Personalschlüssel für Klinik-Pflege soll ab 2024 gelten