Diabetes mellitus

Weist hoher Harnsäurewert auf Nephropathie hin?

WASHINGTON (ob). Hochnormale Harnsäurewerte scheinen ein frühes Warnzeichen für eine diabetische Nierenschädigung zu sein. In einer neuen Studie spiegelte sich darin der renale Funktionsverlust bei Typ-1-Diabetikern bereits zu einem Zeitpunkt wider, als noch keine Albuminurie bestand.

Veröffentlicht: 16.04.2008, 14:11 Uhr
Weist hoher Harnsäurewert auf Nephropathie hin?

Ist schon eine Proteinurie vorhanden oder nur der Harnsäurewert erhöht?

© Foto: PhotoDisc

Bisher ging man davon aus, dass die Nierenfunktion bei Diabetes dann abzunehmen beginnt, wenn die Albuminausscheidung im Urin langsam zunimmt. Neue Daten einer Forschergruppe an der Harvard-Universität in Boston wecken allerdings Zweifel an dieser Sichtweise. So konnten Dr. Elisabeth T. Rosolowsky und ihre Kollegen bei immerhin jedem fünften Typ-1-Diabetiker einen renalen Funktionsverlust objektivieren - obwohl bei den Patienten noch keine Proteinurie als Zeichen für eine diabetische Nephropathie auszumachen war.

In einer Studie hat das Bostoner Forscherteam 675 Typ-1-Diabetiker untersucht, von denen 346 eine normale Albuminausscheidung und 311 eine Mikroalbuminurie aufwiesen. Die mittlere glomeruläre Filtrationsrate (GFR) betrug in beiden Gruppen 119 respektive 99 ml/min. Gemessen an der GFR (< 90 ml/min) als wichtiger Kenngröße für die renale Funktion hatten insgesamt 22 Prozent dieser Patienten bereits eine leichte bis mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion (bei Normalbuminurie 10 Prozent, bei Mikroalbuminurie 38 Prozent).

Außer einigen anderen Faktoren stand auch der Serumharnsäurespiegel in enger und unabhängiger Beziehung zum Nierenfunktionsverlust: Je höher die Harnsäurespiegel, um so niedriger war die GFR. Bei Harnsäurewerten unter 4 mg/dl betrug die GFR im Schnitt 117,4 ml/min, bei Werten über 5,3 mg/dl dagegen nur noch 97,5 ml/min.

Ob Harnsäure kausal an der diabetischen Nierenschädigung mitbeteiligt ist, lässt sich mit der jetzt im Journal der amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (CJASN) vorab online veröffentlichen Beobachtungsstudie nicht klären. Sollte sich ein kausaler Zusammenhang bestätigen, wäre mit der Harnsäure ein gut beeinflussbarer Risikofaktor gegeben, um einer Nierenschädigung vorzubeugen.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Was kann ein GLP-1-RA?

Start in die Injektionstherapie

Was kann ein GLP-1-RA?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Neue Analyse spricht für Bypass statt Stent

Hauptstammstenose

Neue Analyse spricht für Bypass statt Stent

Saftige Finanzspritzen für ÖGD und Kliniken

Konjunkturpaket

Saftige Finanzspritzen für ÖGD und Kliniken

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden