Weist hoher Harnsäurewert auf Nephropathie hin?

WASHINGTON (ob). Hochnormale Harnsäurewerte scheinen ein frühes Warnzeichen für eine diabetische Nierenschädigung zu sein. In einer neuen Studie spiegelte sich darin der renale Funktionsverlust bei Typ-1-Diabetikern bereits zu einem Zeitpunkt wider, als noch keine Albuminurie bestand.

Veröffentlicht:
Ist schon eine Proteinurie vorhanden oder nur der Harnsäurewert erhöht?

Ist schon eine Proteinurie vorhanden oder nur der Harnsäurewert erhöht?

© Foto: PhotoDisc

Bisher ging man davon aus, dass die Nierenfunktion bei Diabetes dann abzunehmen beginnt, wenn die Albuminausscheidung im Urin langsam zunimmt. Neue Daten einer Forschergruppe an der Harvard-Universität in Boston wecken allerdings Zweifel an dieser Sichtweise. So konnten Dr. Elisabeth T. Rosolowsky und ihre Kollegen bei immerhin jedem fünften Typ-1-Diabetiker einen renalen Funktionsverlust objektivieren - obwohl bei den Patienten noch keine Proteinurie als Zeichen für eine diabetische Nephropathie auszumachen war.

In einer Studie hat das Bostoner Forscherteam 675 Typ-1-Diabetiker untersucht, von denen 346 eine normale Albuminausscheidung und 311 eine Mikroalbuminurie aufwiesen. Die mittlere glomeruläre Filtrationsrate (GFR) betrug in beiden Gruppen 119 respektive 99 ml/min. Gemessen an der GFR (< 90 ml/min) als wichtiger Kenngröße für die renale Funktion hatten insgesamt 22 Prozent dieser Patienten bereits eine leichte bis mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion (bei Normalbuminurie 10 Prozent, bei Mikroalbuminurie 38 Prozent).

Außer einigen anderen Faktoren stand auch der Serumharnsäurespiegel in enger und unabhängiger Beziehung zum Nierenfunktionsverlust: Je höher die Harnsäurespiegel, um so niedriger war die GFR. Bei Harnsäurewerten unter 4 mg/dl betrug die GFR im Schnitt 117,4 ml/min, bei Werten über 5,3 mg/dl dagegen nur noch 97,5 ml/min.

Ob Harnsäure kausal an der diabetischen Nierenschädigung mitbeteiligt ist, lässt sich mit der jetzt im Journal der amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (CJASN) vorab online veröffentlichen Beobachtungsstudie nicht klären. Sollte sich ein kausaler Zusammenhang bestätigen, wäre mit der Harnsäure ein gut beeinflussbarer Risikofaktor gegeben, um einer Nierenschädigung vorzubeugen.

Ihr Newsletter zum Thema
Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Übergewicht, Diabetes & Co.

WHO: Süße Getränke und Wein sind zu billig

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Lesetipps
Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen