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Bauchaorten-Aneurysma

Weiter hohe Sterberate nach Gefäßruptur

Immer noch sterben drei von vier Patienten nach Ruptur eines Bauchaorten-Aneurysmas. Die Sterberate ist in den vergangenen Jahren kleiner geworden, wie eine Metaanalyse ergeben hat. Sie wird aber weiter als viel zu hoch bewertet.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
MRT-Darstellung: Aneurysma der Aorta ascendens.

MRT-Darstellung: Aneurysma der Aorta ascendens.

© Mathias Ernert

AMSTERDAM. Wie viele Menschen sterben außerhalb und in der Klinik an den Folgen einer abdominalen Aortenaneurysmaruptur? Um eine Vorstellung davon zu haben, haben niederländische Chirurgen die Datenbanken Embase, Medline und Cochrane Library nach Publikationen dazu durchforstet (Br J Surg 2013; 100: 1405).

Von fast 3700 Studien eigneten sich schließlich 24 retrospektive Kohortenstudien für die Analyse. Sie wurden zwischen 1977 und 2012 publiziert. Für die Gesamtsterberate errechneten die Ärzte einen Wert von 81 Prozent.

Insgesamt 13 Studien waren von hoher Qualität, wobei die Qualität der Studienbeschreibungen sowie der Studienmethodik bei der Ermittlung der Sterberate außerhalb und innerhalb der Klinik berücksichtigt worden waren.

An diesen Studien ließ sich eine Abnahme der Sterberate im Zusammenhang mit einer Aortenaneurysmaruptur erkennen. Sie lag in den Studien, die bis 1990 gemacht wurden, bei 86 Prozent und in den Studien nach 1990 bei 74 Prozent.

Und noch etwas ließ sich an den Untersuchungen ablesen: In den Studien bis 1990 lag der Anteil der Patienten mit einer Aneurysmaruptur, die vor dem Erreichen der Klinik starben, bei 37 Prozent, in den Studien danach bei 32 Prozent. Die perioperative Sterberate sank von 57 Prozent in Studien vor 1990 auf 49 Prozent in Studien ab 1990.

Deutlich mehr Patienten werden chirurgisch versorgt

Gleichzeitig stellten die Chirurgen fest, dass der Anteil der Patienten, die nicht chirurgisch versorgt worden waren, von 46 auf 26 Prozent sank, ohne dass allerdings Gründe für die Entscheidung, nicht zu operieren, zu ermitteln waren.

Die Abnahme der Sterberate in den vergangenen Dekaden könnte daran liegen, dass Patienten mit einem Aortenaneurysma und mit einer Ruptur inzwischen besser und frühzeitiger erkannt werden, etwa wegen des gestiegenen Bewusstseins für die Gefäßveränderungen und wegen verbesserter Diagnosetechniken, wie die Chirurgen vermuten.

Die Forscher müssen aber auch eingestehen, dass die bisherige Datenlage keine endgültige Erklärung für die Reduktion der Sterberate im Zusammenhang mit der Gefäßruptur zulässt.

Einschränkend weisen sie zudem darauf hin, dass die Ergebnisse der Metaanalyse auf Daten aus Großbritannien und Australien sowie aus den nordeuropäischen Ländern Dänemark, Schweden und Finnland beruhen. In Deutschland, Frankreich oder Spanien kann es ganz anders aussehen.

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