In Deutschland

Weitere Studie zu COVID-19-Impfstoff genehmigt

Das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat eine weitere klinische Prüfung der Phase I eines Impfstoffs gegen COVID-19 in Deutschland genehmigt. Bei dem aktuellen Impfstoffkandidaten handelt es sich um einen Vektorimpfstoff.

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Die Suche nach einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 läuft auf Hochtouren.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 läuft auf Hochtouren.

© Ake Ngiamsanguan / Getty Images / iStock

Langen. Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Phase-I-Studie eines Impfstoffkandidaten genehmigt. In dieser Studienphase wird üblicherweise die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs untersucht.

Bei dem Vakzinkandidaten handelt sich um einen vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelten Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2, teilt das PEI mit.

In diesem Vektorimpfstoff sei die genetische Information für das Spike-Oberflächenprotein des neuartigen Corona-Virus in die genetische Information des Pocken-Impfvirus MVA („modified vaccinia virus ankara“) eingebaut.

Das Ausgangs-Impfvirus MVA sei bereits vor mehr als 30 Jahren an der Universität München entwickelt worden und auch der zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex sei hiervon abgeleitet worden.

Bauanleitung für das Spike-Protein

Der mit der genetischen Information von SARS-CoV-2 bestückte virale Vektor MVA könne sich nach Injektion nicht im Körper vermehren. Die eingeschleuste DNA des SARS-CoV-2-Spikeproteins werde im Körper zum Bau des Spikeproteins benutzt. Das Immunsystem erkenne das fremde Spikeprotein und löse so eine Immunantwort aus.

Angestrebt werde dabei die Bildung von Antikörpern, bestimmten Zytokinen und T-Zellen für einen anhaltenden Schutz vor SARS-CoV-2. Dass der MVA-Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2 die gewünschten Immunantworten und eine Schutzwirkung zeige, sei bereits in präklinischen Modellen der Universitäten Marburg und München demonstriert worden, heißt es in der Mitteilung.

An der Studie teilnehmen sollen ab diesem Monat insgesamt 30 gesunde erwachsene Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. Die Studienteilnehmenden sollen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erhalten, die Bildung von Antikörpern und T-Zellen werde mit der Immunreaktion von genesenen COVID-19-Patienten verglichen.

Über 40 COVID-19-Impfstoffkandidaten

Der Vakzinkandidat sei der WHO zufolge einer von aktuell weltweit 41 präventiven, spezifischen COVID-19-Impfstoffkandidaten (Stand: 30. September), die in klinischen Prüfungen, auch bereits in den Phasen II und III, evaluiert werden. In Deutschland seien aktuell vier RNA-Impfstoffe und zwei Vektorimpfstoffe in verschiedenen Phasen in der klinischen Prüfung.

Das PEI geht davon aus, dass noch weitere klinische Prüfungen von COVID-19-Impfstoffkandidaten in Deutschland in den nächsten Monaten beginnen werden, heißt es in der Mitteilung weiter. (eb)

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