Diabetes

Welche Blutdrucksenker-Kombi die Nieren am besten schützt

Typ-2-Diabetiker mit Bluthochdruck müssen oft mit zwei Blutdrucksenkern behandelt werden. Welche Kombination der Substanzklassen am besten die Nieren der Patienten schützt, haben jetzt Forscher untersucht.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Bei Diabetikern mit Bluthochdruck raten Experten vorzugsweise zu einer Kombination mit einem ACE-Hemmer und einem Kalziumantagonisten.

Bei Diabetikern mit Bluthochdruck raten Experten vorzugsweise zu einer Kombination mit einem ACE-Hemmer und einem Kalziumantagonisten.

© Getty Images / iStockphoto

TAIPEH. ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten werden in praktisch allen Leitlinien als Therapie der ersten Wahl für Diabetiker mit Bluthochdruck empfohlen.

Welcher der beiden RAS-Blocker wirksamer vor Nierenversagen schützt und daher zu bevorzugen wäre, lässt sich aufgrund der wenigen Vergleiche nicht beurteilen.

Hinzu kommt, dass die meisten Patienten mit Typ-2-Diabetes einen zweiten Blutdrucksenker benötigen. Bisher sind sich die Experten nicht einig, mit welcher Substanzklasse idealerweise kombiniert werden sollte.

Deswegen haben Ärzte aus Taiwan nun die vorhandenen randomisierten Studien mithilfe einer bayesischen Netzwerk-Metaanalyse erneut ausgewertet (BMJ 2013; 347: f6008).

Drei Endpunkte definiert

Bei diesem statistischen Verfahren werden direkte und indirekte Vergleiche kombiniert. Das hat den Vorteil, dass die Datenbasis für Substanzklassen, die nie oder selten gegeneinander angetreten sind, vergrößert wird.

In die Metaanalyse flossen die Ergebnisse von 63 Studien mit zusammen 36.917 Patienten ein, die Tod (n = 2400), Dialysepflicht (n = 766) oder Verdopplung des Serumkreatinins (n = 1099) als Endpunkte definiert hatten.

In puncto Mortalität ergab sich ein signifikanter Unterschied gegenüber einer Placebobehandlung einzig mit Betablockern: Ihr Einsatz ging mit einer erhöhten Sterberate einher.

Die Kombination aus ACE-Hemmer und Kalziumantagonist, obwohl nicht signifikant verschieden von Placebo, konnte die Mortalität am ehesten reduzieren. Die Plätze zwei und drei besetzten ACE-Hemmer plus Diuretikum bzw. ACE-Hemmer allein.

Ein terminales Nierenversagen ließ sich mit keiner Substanzklasse signifikant wirksamer vermeiden als mit einer anderen.

Mit ACE-Hemmern, dicht gefolgt von AT-II-Antagonisten, war die Chance aber noch am größten. Am schlechtesten schnitt hier die Kombination aus ACE-Hemmer und Diuretikum ab.

Autoren empfehlen Kombination mit Kalziumantagonisten

Nur mit ACE-Hemmern gelang es signifikant besser als mit Placebo, eine Verdopplung des Serumkreatinins zu verhindern. Auch hier waren Sartane die zweitbeste Therapieoption, Betablocker dagegen die ungünstigste.

"Unsere Analyse zeigt die nierenschützende Wirkung und die Überlegenheit von ACE -Hemmern bei hypertensiven Patienten mit Diabetes, und ebenso die schädlichen Effekte von Betablockern", so die Studienautoren um Hon-Yen Wu von der Universität in Taipei.

Da die Daten keinen Vorteil von AT-II-Antagonisten gegenüber ACE-Hemmern erkennen ließen, spreche dies - wegen der geringeren Kosten - für ACE-Hemmer als Therapie der ersten Wahl.

Bei unzureichender Blutdruckkontrolle raten Wu und Kollegen aufgrund der Analyse bevorzugt zur Kombination mit einem Kalziumantagonisten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende