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Kommentar zur Budesonid-Studie

Weniger Emotionen, mehr Sachlichkeit!

Die Sehnsucht nach positiven Nachrichten in der Zeit der COVID-19-Pandemie ist verständlich. Doch unausgegorene Daten können Folgen haben. Gefordert sind neben Fachgesellschaften auch Journalisten und Verlage.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

Es ist verständlich, wenn Studienergebnisse im Zusammenhang mit COVID-19 sehr rasch ihr Echo in der medialen Öffentlichkeit finden, so wie jetzt zu Budesonid. Das ist die Sehnsucht nach positiven Nachrichten. Doch unausgegorene Daten können Folgen haben, wie die zeitweisen Lieferengpässe in Österreich zeigen.

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Weniger Emotionalisierung, mehr Sachlichkeit – hierfür tragen nicht nur Experten und Fachorganisationen Verantwortung, sondern auch Journalisten und große Verlage. Die Publish-or-perish-Mentalität vieler Wissenschaftler, befeuert durch die Möglichkeit, seinen Namen schon morgen auf einem Preprint-Server lesen zu können, dient offensichtlich nicht allein der transparenten Fachkommunikation.

Medizinische Fachgesellschaften stehen vor der Herausforderung, in Pandemie-Zeiten sehr offensiv und zügig in die breite Öffentlichkeit hinein zu kommunizieren, um plötzliche Hypes einzufangen. Vielleicht ist inzwischen der Zeitpunkt gekommen, Preview-Server wieder herunterzufahren. Dann könnten vorläufige Daten zuerst in Fachkreisen diskutiert werden, bevor sie einfach nur zur nächsten Schlagzeile werden.

Schreiben Sie dem Autor: med@springer.com

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 03.05.202107:23 Uhr

Es hat schon ein "Geschmäckle", wenn ausgerechnet der Einsatz vom AstraZeneca-Methusalem Budesonid Turbohaler in einer Studie vom Hersteller gesponsort wurde: "Clinical recovery was 1 day shorter in the budesonide group compared with the usual care group (median 7 days [95% CI 6 to 9] in the budesonide group vs 8 days [7 to 11] in the usual care group; log-rank test p=0,007)" heißt in "Inhaled budesonide in the treatment of early COVID-19 (STOIC): a phase 2, open-label, randomised controlled trial" von Sanjay Ramakrishnan et al. Published: April 09, 2021
DOI:https://doi.org/10.1016/S2213-2600(21)00160-0

Endpunkte waren Surrogatparameter: COVID-19-bedingte ärztliche Vorstellung, Zeit bis zur vom Patienten empfundenen klinischen Besserung oder Bedarf an Antipyretika. Notwendigkeit intensivstationärer und/oder klinischer Therapie waren ohne Budesonid bei annähernd gleicher Viruslast häufiger als mit dem ICS. Nur wie kann dann die klinische Erholung unter intensivem Einsatz von AstraZeneca Budesonid Turbohaler lediglich 1 Tag früher einsetzen?

Es gibt zig inhalative Devices, gut erforschte inhalative Cortikosteroide (ICS) wie das wesentlich potentere Fluticason und positive klinische Erfahrungen bei primären Asthma- und sekundären COPD-PatientInnen.

Wer behauptet, inhalative Steroide (ICS) seien „Game Changer“ bei SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen hat diese Studie nicht gelesen, geschweige denn verstanden.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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