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Wer Insulin inhalieren will, darf nicht rauchen

WIESBADEN (hbr). Inhalierbares Insulin könnte bald helfen, daß speziell Patienten mit Typ-2-Diabetes den oft vorhandenen inneren Widerstand gegen eine Insulintherapie überwinden. Aber das Rauchen müssen sie dafür aufgeben.

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Inhalierbares Insulin wird über die Lungenalveolen aufgenommen und fängt als kurzwirksames Bolus-Medikament nach dem Essen den Anstieg des Blutzuckers ab. Dosiert wird in Schritten von drei Einheiten. Der Wirkeintritt entspricht dem von schnellen Insulin-Analoga, die Wirkdauer der von Normalinsulin.

Bei Rauchern wird das inhalierbare Insulin schneller und stärker über die Lungenalveolen resorbiert, wie Dr. Reinhard Becker vom Unternehmen Aventis bei einer von Aventis und Pfizer unterstützten Veranstaltung berichtet hat.

Für Diabetiker, die das neue Insulinpräparat anwenden möchten und Raucher sind, lohnt sich Rauchverzicht daher besonders. Denn um das Insulin zum Einatmen verwenden zu dürfen, müßten sie vor Therapiebeginn ein halbes Jahr lang rauchfrei leben, sagte Becker beim Internistenkongreß in Wiesbaden.

Wie bei der Veranstaltung zu erfahren war, erfolgt der Anstieg der Insulinkonzentration bei Rauchern rascher und führt zu einem höheren Spitzenwert im Blut. Nach einer Woche Nikotin-Abstinenz fiele der Insulin-Peak nur noch etwa halb so hoch aus, und das Profil der Insulinspiegel-Kurve ähnele wieder dem von Nichtrauchern, sagte Becker. Wird ein Raucher jedoch rückfällig, dann stellt sich das vorherige Insulin-Konzentrationsprofil innerhalb von zwei bis drei Tagen wieder ein.

"Wir haben es bei Rauchern zwar mit hervorragenden Insulin-Resorbierern zu tun. Aber wegen der Unbestimmtheit der Absorption schließen wir Diabetiker, die rauchen, von der Therapie aus", so Becker.

Im März wurde bei der Europäischen Arzneimittelbehörde die Zulassung für inhalierbares Insulin beantragt.

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