Herz-Gefäßkrankheiten

Werden Betablocker bei Angina nicht vertragen, ist Ivabradin eine Option

BERLIN (gvg). Mit dem Wirkstoff Ivabradin ist seit langem wieder eine neue Option zur antianginösen und antiischä- mischen Therapie verfügbar. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie hat die Herzfrequenzsenkung mit Ivabradin bereits in ihre aktualisierten Leitlinien zur stabilen Angina pectoris aufgenommen.

Veröffentlicht: 08.11.2006, 08:00 Uhr

Ivabradin (Procoralan®) hemmt selektiv bestimmte Ionenkanäle im Sinusknoten und reduziert so die Herzfrequenz. Die seit Anfang 2006 in Deutschland verfügbare Substanz ist für die Therapie von Patienten mit stabiler Angina pectoris zugelassen, die Betablocker nicht tolerieren oder wegen Kontraindikationen nicht einnehmen dürfen. Sie führt zu einer Verbesserung der Belastbarkeit und zu einem Rückgang der Angina-pectoris-Attacken.

"Kandidaten für eine Ivabradin-Therapie sind etwa Patienten mit allergischem Asthma bronchiale, bei denen Betablocker kontraindiziert sind", sagte Professor Gert Baumann von der Charité Berlin auf einer vom Unternehmen Servier unterstützten Veranstaltung.

Sinnvoll könne der Einsatz auch bei KHK-Patienten mit Psoriasis, schwerer peripher-arterieller Verschlußkrankheit, erektiler Dysfunktion, schwerer COPD oder Diabetes mellitus sein.

Auch KHK-Patienten mit niedrigem Blutdruck können Kandidaten für eine Ivabradin-Therapie sein. Professor Uta Hoppe von der der Universität Köln berichtete über Erfahrungen bei einer Patientin mit Angina-pectoris-Beschwerden: "Bei Therapie mit Betablockern oder Nitraten fiel der schon anfangs niedrige Blutdruck zu stark ab. Mit Ivabradin gelang dagegen eine deutliche Verbesserung der Belastbarkeit ohne Blutdruckprobleme", so Hoppe.

Für Patienten mit stabiler Angina pectoris, die Betablocker nicht tolerieren, hat die selektive Herzfrequenzhemmung jetzt auch Eingang in die neuen ESC-Leitlinien gehalten.

Studien zur Frage eines möglichen Nutzens bei KHK-Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion sowie bei Patienten mit Herz-Insuffizienz laufen bereits. Geprüft wird Ivabradin hier jeweils in Kombination mit Betablockern.

Mehr zum Thema

Dapagliflozin & Co

Wem gehören die SGLT2-Hemmer?

22 Empfehlungen

Interdisziplinäre Leitlinie zu Großgefäßvaskulitiden

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Viele Menschen leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Aber ab wann gilt eine Krankheit als chronisch? Frankfurter Wissenschaftler wollen Licht ins Dunkel bringen.

Report der Uni Frankfurt

„Chronisch krank“ ist kein definierter Begriff

Muster auf Basis des Maschinellen Lernens erkennen, ist eine Stärke, die Künstliche Intelligenz zum Beispiel bei der Diagnostik einbringen könnte.

Enquete-Kommission

Der Arzt steht über der Künstlichen Intelligenz

Erblindung kann eine Komplikation bei Großgefäßvaskulitis sein (Symbolbild).

22 Empfehlungen

Interdisziplinäre Leitlinie zu Großgefäßvaskulitiden